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Do-It-Yourself: Glitzernde Vintage Weihnachtskugel

Wie kommen wir zu diesem Do-It-Yourself für eine Vintage Weihnachtskugel? Als ich ein Kind war und wir noch in den USA lebten, besuchten wir oft meine amerikanische Großmutter zu Weihnachten. Meine Eltern, meine Geschwister und ich packten aufgeregt und voller Vorfreude unsere Koffer und brachen in unserem alten Minivan zur langen 48-stündigen Fahrt zu ihr auf – quer durch die USA. Denke ich an die zahlreichen Weihnachtsfeiern bei ihr, fällt mir immer sofort ihr liebevoll dekorierter künstlicher Weihnachtsbaum ein, mit den unendlich vielen bunten, blinkenden Lichtern und zahllosen Weihnachtskugeln und -anhängern. Den Großteil davon hat sie selbst gemacht. Besonders gefallen haben mir ihre funkelnden, selbstgestalteten Kugeln mit Perlen und Pailletten, die mir prägnant in Erinnerung geblieben sind. An ihnen konnte ich mich nie satt sehen!

Selbstgemachte Vintage Weihnachtskugel mit großen Pailletten

Ein Stück amerikanische Vintage Weihnachten

Holen Sie sich ein Stückchen amerikanische Vintage Weihnachten zu sich nach Hause mit diesen hübschen Weihnachtskugeln. Aus nur wenigen Materialien und mit etwas Zeit lassen sich unendlich viele verschiedene Variationen für Ihren Weihnachtsbaum kreieren – ganz genau so wie es unsere Großmütter vor Jahrzehnten schon selbst gemacht haben.

Dieses Projekt ist perfekt für die Tage, an denen man entspannen und den Kopf frei bekommen möchte. Schenken Sie sich ein Glas Wein (oder Tee, oder heiße Schokolade…) ein, kuscheln Sie sich in gemütliche Kleidung, stellen Sie Ihre Lieblingsmusik oder -hörbuch an und legen Sie los!

Wer es nicht ganz so klassisch mag was Farben und Design angeht, kann nach Herzenslust experimentieren. Je nach persönlichem Geschmack und Stil entstehen so ganz wunderbare, einzigartige Accessoires. The sky is the limit – also nur Mut und ran an die Bastelmaterialien!

Liebst, Ihre Valerie Goldhahn

PS: Noch viel mehr Weihnachtliches gibt’s in der Ausgabe 31 des Vintage Flaneurs!

DIY Vintage Weihnachtskugel: Verzierung mit Perlen und Band

Sie benötigen:

  • Styroporkugeln (ich habe welche mit 6cm Durchmesser verwendet)
  • sehr(!) viele Stecknadeln
  • kleine Glasperlen
  • Pailletten (Farben, Form und Größe nach Geschmack)
  • Bastelkleber
  • farblich passendes Band zum Aufhängen
  • Filzstift und Eierbecher (optional)

Materialien für ein DIY für Vintage Weihnachtskugeln

DIY Vintage Weihnachtskugel: Einteilung
1) Überlegen Sie sich ein Farbschema und ein Muster für Ihre Kugel. Zeichnen Sie gegebenenfalls das Muster mit einem Filzstift auf der Styroporkugel vor, um sicher zu gehen, dass alle Perlen und Pailletten später an den rechten Platz kommen.
DIY Vintage Weihnachtskugel: Nadel mit Perle und Paillette
2) Nehmen Sie eine Stecknadel und „fädeln“ Sie zuerst eine Glasperle und anschließend eine Paillette auf. Wenn Sie größere Pailletten verwenden, sollten Sie auf jede Nadelspitze einen kleinen Tropfen Kleber geben, um einen sicheren Halt in der Kugel zu gewährleisten.
DIY Vintage Weihnachtskugel: Paillette auf Kugel
3) Stecken Sie die Stecknadel gemäß Ihrem vorgezeichneten Muster in die Styroporkugel.
DIY Vintage Weihnachtskugel: Kugel mit Pailletten bedecken
4) Nun verfahren Sie mit weiteren Nadeln wie im Schritt zuvor, bis die gesamte Kugel bedeckt ist. Dabei sollten die Pailletten einander immer leicht überlappen, damit die weiße Styroporkugel darunter zum Schluss nicht mehr sichtbar ist. Ein Eierbecher hilft dabei, Ihre Kugel während der Arbeit an Ort und Stelle zu halten. WICHTIG: Lassen Sie an einem Ende der Kugel eine kleine Stelle frei (etwa in der Größe einer einzelnen Paillette). Diese ist für das Band, an dem Sie später die Kugel aufhängen.
DIY Weihnachtskugel: Band befestigen
5) Schneiden Sie Ihr Band in der passenden Länge ab und legen Sie es in der Hälfte zusammen. Fädeln Sie zuerst eine Glasperle und dann eine Paillette auf eine Stecknadel. Nun durchspießen Sie mit der Nadel die beiden abgeschnittenen Enden des Bandes. Geben Sie einen kleinen Tropfen Kleber auf die Spitze der Stecknadel und auf die freie Stelle auf der Styroporkugel.

 

DIY Vintage Weihnachtskugel: die fertige Kugel
6) Stechen Sie die Stecknadel so in die Kugel ein, dass die freie Fläche vom Band und der Paillette überdeckt wird. Lassen Sie den Kleber nun gut trocknen. Fertig ist Ihre ganz individuelle Weihnachtsbaumkugel!
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Der Klassiker unter den Vintagefrisuren: Victory Rolls

Frau mit Victory Rolls

Die „Victory Rolls“ sind eine der bekanntesten Frisuren aus dem Retro-Bereich. Sie wurden in den 40er Jahren viel getragen und bekamen auch einen Namen dieser Zeit: Sie sind nach einer Flugfigur von Fliegern aus dem 2. Weltkrieg benannt, bei der diese eine Rolle am Himmel schlugen.

Was für eine Frisur sind Victory Rolls eigentlich?

Victory Rolls zeichnen sich durch voluminöse Locken aus, die schmückend um das Gesicht gelegt werden. Dabei sind die Möglichkeiten vielfältig: Ob auf dem Kopf oder neben dem Gesicht, ob eher klein gehalten oder extrem groß aufgebaut, der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Dazu lassen sie sich hervorragend mit anderen Frisuren kombinieren. Da sie nur die vorderen Haarpartien betreffen, kann mit den hinteren Partien ganz nach Belieben verfahren werden. Für Hüte sind sie zwar wenig geeignet und für Fascinator nur in einem gewissen Rahmen. Dafür kann man sie hervorragend mit Haarblumen kombinieren – oder mit Haarbändern und -tüchern, so wie es viele arbeitende Frauen der Kriegs- und Nachkriegszeit taten, um ihre Haare zu schützen.

Üben, üben, üben…

Jeder, der sich schon einmal an diesen Rollen versucht hat, weiß wovon wir reden: Victory Rolls brauchen Übung. Das läst sich nicht beschönigen. Um sie zu beherrschen muss man zum einen sein Haar gut kennen und wissen, wie man es zu haltbare Frisuren überredet bekommt. Zum anderen muss man verschiedene Techniken wie das Toupieren, das Feststecken und Locken der Haare beherrschen. Hat man den Dreh (im wahrsten Sinne des Wortes) dann aber raus, hat sich die Mühe gelohnt! Mit Victory Rolls werden Sie immer etwas hermachen. Und Sie können annähernd jedem Outfit einen retrotouch damit geben. Also fühlen Sie sich ermuntert: Verstecken Sie sich nicht hinter „Mit meinen Haaren geht das nicht“. So lange Ihre Haare nicht zu kurz oder viel zu lang sind, ist lediglich Know-how und Übung der begrenzende Faktor! – Und im Fall der Fälle gibt es auch wirklich hübsche Frisuren für Menschen, die ihre Haaren nicht so gut gezähmt bekommen 😉

Lassen Sie sich nun von Delicate Photography und Mme Rouge vorführen, wie es geht! Weitere tolle Frisurentipps finden Sie übrigens in jeder Ausgabe des Vintage Flaneurs!

So geht’s

Frau mit 2fach gefärbten Haaren
Vorher. Schauen Sie, dass Sie keine zu weich machenden Spülungen und Pflegen verwenden. Wenn Ihre Haare sehr glatt sind, können Sie sie im Vorfeld locken.
Frau toupiert vordere Haarpartie
Toupieren Sie die vordere Haarpartie und glätten Sie sie danach.
Frau rollt Haarsträhne zur Victory Roll
Rollen Sie die Strähne nach hinten ordentlich auf.
Frau steckt Victory Roll fest
Stecken Sie die Rolle so fest, dass man die Nadeln nicht sieht.
Frau rollt seitliche Victora Rolls
Wiederholen Sie das Toupieren und Aufrollen an den Seiten.
Frau setzt Haarschmuck in Retrofrisur
Wir setzen jetzt schon den Schmuck ins Haar.
Frau macht Locken mit Lockenstab
Hier lockt Mme Rouge ihre nicht in die Victory Rolls eingearbeiteten Haare mit einem Lockenstab.
Ausbürsten der Locken für die Vintagefrisur
Zu guter Letzt werden die Locken ausgebürstet und natürlich alles gut mit Haarspray fixiert!
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Feiern in alten Zeiten

Frau im Petticoat gießt Tee ein

Da der Vintage Flaneur dieses Jahr etwas zu feiern hat, nämlich sein 5-jährigem Bestehen, was läge da näher als sich dem Thema „Feiern in alten Zeiten“ ein wenig genauer zu widmen? Nach den entbehrungsreichen, schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren fanden die Menschen in den 50er Jahren langsam in ihr normales Leben zurück. Neben dem Aufbau der Wirtschaft hatte man sein eigenes, privates Umfeld neu zu organisieren. Vieles, was man besessen hatte, war auf dem einen oder anderen Weg verschwunden oder zerstört. Es gab kaum jemanden, der nicht Familienangehörige oder Freunde im Krieg verloren hatte. Nichtsdestotrotz oder vielleicht gerade deswegen wurde jede sich bietende Gelegenheit zum Feiern genutzt: Geburtstage, Hochzeiten, Taufen, Jubiläen – eben alles, was sich anbot. Und da sich die allermeisten Familien eine Feier auswärts nicht leisten konnten, wurde eben zu Hause gefeiert.

 

Feiern in heimeliger Atmosphäre – eine Meisterleistung der fleißigen Hausfrau

 

Damals wie heute versuchten die Gastgeber, das Fest für ihre Gäste so schön wie nur möglich zu gestalten. Dies war vor allem eine Mammutaufgabe für die Frau des Hauses. Vor großen Festen wurde zunächst das Heim in einen blitzblanken Zustand versetzt, kein Staubkorn sollte an dem großen Tag stören. Stellen Sie sich vor, wie viel Arbeit es gewesen sein muss, dies neben den täglichen Arbeiten und ohne nennenswerte technische Hilfsmittel zu bewältigen. War dann alles sauber, begab man sich an das Herrichten des Partybereiches. Für große Familienfeiern und die dazugehörige Tafel lieh man sich auch gern mal Tische und Stühle bei Nachbarn, denn kaum ein Haushalt besaß mehr als die täglich benötigten Möbel. Dies galt ebenso für Tischwäsche. Fein gebügelte und gestärkte weiße Tischdecken wanderten von Haus zu Haus, irgendwo unsichtbar angebracht ein kleiner Hinweis auf den Besitzer. Denn jeder wollte seine wertvollen Besitztümer nach der Feierlichkeit wiederbekommen. Der Tisch wurde liebevoll mit dem feinsten Geschirr das man im Schrank stehen hatte eingedeckt. Kristallgläser wurden aus ihrem sicheren Versteck geholt und auf Hochglanz poliert, ebenso wie das beste Besteck. Ein feinst gedeckter Tisch war aber nur der Beginn, für eine gelungene Feier durfte zum Beispiel Musik nicht fehlen. Die passende Musik wurde mittels Musikschrank oder Schallplattenspieler wiedergegeben und sorgte für einen gelungenen Rahmen.

 

Der Weg zum Herzen führt durch den Magen – ein Hoch auf die Gastgeber

Natürlich ließ es sich die Dame des Hauses auch beim Feiern in alten Zeiten nicht nehmen, ihrem Besuch die leckersten Köstlichkeiten aufzutischen. Beliebt auf kleineren oder weniger festlichen Feiern waren Gerichte wie Kartoffelsalat und Würstchen. Manche Hausfrauen verstanden sich auch besonders gut darauf, allerlei Lebensmittel ansprechend in Aspik zu verpacken und als Sülze aufzutischen. Das frisch erfundene Toast Hawaii fehlte selten auf einem Buffet, ebenso der kalte Hund zum Nachtisch.

Für die besonderen Anlässe wurden zusätzlich noch Leckereien wie russische Eier, falscher Hase, Käsespießchen oder verschiedene Braten appetitlich angerichtet. Für die süßen Leckermäulchen reichte man allerlei exotisches Dosenobst, welches gerade in Mode kam, oder feine Meisterwerke aus Biskuitböden und Buttercreme. Buttercreme und Butter im Allgemeinen gehörten dank dem vom Wirtschaftsministerium proklamierten „Wohlstand für alle“ zu den beliebtesten Zutaten jeder guten Hausfrau.

Wer ein so reichhaltiges Essen genossen hatte, bekam danach als Magenputzer zum Beispiel Weinbrand oder Eierlikör gereicht. Highlights bei den Getränken waren liebliche Weine, die oft südländische Namen trugen und einen somit auf eine kulinarische Reise zu entführen gedachten, oder hausgemachte Früchtebowlen.

Jeder Gast war sich bewusst, wieviel Arbeit in einer gelungenen Feier steckte. Daher ließen es sich die anwesenden Herren selten nehmen, den ein oder anderen Toast oder Trinkspruch auf die Gastgeber auszubringen. Je später der Abend, desto lustiger und redseliger die Gäste – das galt auch damals schon.  Es wurde gerne und ausgiebig getanzt, mit wechselnden Tanzpartner, was sicherlich eine willkommene Abwechslung war. Aber auch Spiele wie „Wer ist der Mörder“ oder „Besentanz“ heizten die Stimmung an. (Mehr althergebrachte Partyspiele finden Sie in Ausgabe 30 des Vintage Flaneurs) Man versuchte schlicht und ergreifend einfach, sich seines Lebens zu erfreuen und Spaß zu haben.

 

Party Tisch mit Käsespießen
Pixabay The Ujulala

Ausreißer – in die ein oder die andere Richtung

 

An dieser Stelle möchte ich nur kurz darauf eingehen, dass die Heranwachsenden damals, ebenso wie heute, mit Feierlichkeiten im Kreise der Familie nicht sonderlich viel anzufangen wussten. Die Teenies verbrachten damals ihre Freizeit viel lieber bei Tanzveranstaltungen am Wochenende, denn dort traf man am ehesten auf Altersgenossen und konnte vortrefflich Kontakte knüpfen. Vielleicht kennt jemand von Ihnen aus der Erzählung seiner Eltern oder Großeltern noch die sogenannten Milchpilze? Sie entstanden als Anlehnung an die amerikanischen Milchbars und waren im eigentlichen Sinne Kioske, an denen Milchgetränke, Backwaren und Eis verkauft wurden. Optisch sahen sie aus wie ein Fliegenpilz. Milchpilze schossen, bildlich gesprochen, wie Fliegenpilze aus dem Boden, nachdem Milch nun keine Mangelware mehr war. Auch sie dienten jungen Erwachsenen als beliebter Treffpunkt.

 

Die betuchteren Herrschaften nahmen sich auch schonmal die amerikanischen Cocktailpartys zum Vorbild und luden zum schicken Beisammensein im großen Rahmen ein. Dies geschah einschließlich hübsch gestalteter Einladungskärtchen mit Bitte um Rückantwort. Diese Feiern waren deutlich förmlicher und weniger entspannt, dienten sie doch auch eher dem Verfestigen gesellschaftlicher Bande oder beruflicher Verbindungen. Sie entsprachen also eher nicht dem, was der Großteil der Gesellschaft unter Feiern verstand.

 

Zum Schluss hin, lassen Sie uns festhalten, liebe Leserinnen und Leser, dass Feiern in alten Zeiten wie auch Heute ein Ausdruck von Lebensfreude und Glück ist. Es mag nicht jeder von uns eine ähnliche Auffassung davon haben, wie der passende Rahmen dafür auszusehen hat. Aber am Ende wollen wir doch das Gleiche: Uns und unser Leben feiern!

 

Es erhebt das Glas auf Sie, auf uns und auf das Leben,

Ihre Mrs. Ella

Sie möchten eine 20er Jahre-Party geben? Wir haben die passenden Tipps!

(Foto oben: Pixabay – Jill111)

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Bild-Lilli: Barbie vor der Barbiepuppe

Sammlung von Vintage Puppen

In Ausgabe 27 des Vintage Flaneurs finden Sie die überaus interessante Geschichte der Barbiepuppe. Unerwähnt blieb dort die Bild-Lilli – das wird hier nachgeholt!

Vom Lückenfüller zum Star

Als die erste Ausgabe der Bildzeitung am 24. Juni 1952 erschien, war das auch die Geburt der Comicfigur „Lilli“. Eigentlich klaffte an einer Stelle der Zeitung eine Lücke, in die Reinhard Beuthin, Zeichner bei der Bildzeitung, dann einen Comic einfügte. Die Lilli hatte endlos lange Beine, einen blonden Pferdeschwanz mit schwarzer Schleife und war keck und ein bisschen frech. In dem Comic saß sie einer alten Wahrsagerin gegenüber und sagte: „Können Sie mir nicht Namen und Adresse eines großen, schönen, reichen Mannes sagen?“ Lilli erschien fortan in jeder Ausgabe der Bildzeitung, hatte ihren festen Platz und hatte sehr viele Fans. Sie stand für den neu aufkommenden Zeitgeist, der von Konsum, Mode und neuen Freiheiten geprägt war. Lilli bekam sogar Leserpost und es wuchs die Idee, eine Puppe Lilli herzustellen.

Vintage Puppe im Abendkleid

Vom Papier zur Puppe

Bei O&M Hausser GmbH in Neustadt/Coburg wurde das Modell „Lilli“ als dreidimensionale Puppe hergestellt. Der Modelleur Max Weißbrodt erschuf eine Puppe, deren Ausstrahlung Teenager, Backfisch und junge Frau vereinte.

Auf Lilli liefen drei Patente:

  1. Die Art, wie ihre Haare befestigt wurden
  2. Der Kopf war schräg auf das Halsstück gesetzt, was ermöglichte, dass sie keck den Kopf zur Seite neigen konnte, wie bei einem verführerischen Augenaufschlag
  3. die Art, wie sie die Beine züchtig zusammenhielt, wenn man sie hinsetzen wollte. Damalige Puppen spreizten die Beine beim Sitzen, was sich für eine Erwachsenenpuppe nicht ziemte. Lilli hielt sie brav geschlossen.

Bei Hausser wurde die Lilli nur gegossen. Zusammengesetzt, bemalt und eingekleidet wurde sie bei der Firma 3M in Mönchröden, in der Nähe von Coburg. Martha Maar, die Eigentümerin von 3M (Martha Maar Mönchröden), war mit Hausser verwandt. Alle Kleidungsstücke wurden meist von ihr, später auch von ihrer Tochter Magdalena designed. Auch die Stoffe und eine penible Qualitätskontrolle, erfolgte durch Martha Maar persönlich.

Lilli war eigentlich nie ein Spielzeug für Kinder. Herren sollten ihrer Dame eine Lilli schenken, zusätzlich zu oder statt Blumen. Sie war auch sehr teuer, viele konnten sie sich nicht leisten. Lilli ist überwiegend blond, sehr selten tauchen brünette, rothaarige und schwarzhaarige Lillis auf. Im Inneren sind ihre Gliedmaßen mit einem Gummiband fixiert. Sie besteht aus dem zerbrechlichen Material Polystyrol. Jede Lilli hat einen anderen Gesichtsausdruck, da alle liebevoll von Hand bemalt wurden. 21 Näherinnen fertigten bei 3M damals die Kleidung.

Lilli gab es in 2 Größen: 29 cm und 19 cm groß. Es gab eine große Kollektion an Kleidung, die sehr hochwertig verarbeitet ist. Da Lilli reine Handarbeit war, konnte sie nur in geringer Stückzahl gefertigt werden. Etwa 300.000 große und kleine Lillis entstanden zwischen 1955 und 1964.

Danach verkaufte Hausser die Rechte für geringe 30.000 DM an Mattel, damit die Barbie Puppe in Deutschland verkauft werden konnte. Das besiegelte das Ende der Lilli Puppe.

Vintage Puppen in Trachten

Von Bild-Lilli zur Barbiepuppe

Ruth Handler kaufte auf einer Europareise in der Schweiz, wo Lilli neben Österreich und Schweden auch verkauft wurde, eine große Lilli Puppe. Sie kreierte darauf ihre Barbie, die immense Ähnlichkeit mit Lilli hatte.

Hausser klagte vergeblich. Mattel hält die Rechte an der Bild-Lilli. Auch der amerikanische Spielzeughersteller Marx-Toys musste seine „Miss Seventeen“-Produktion einstellen. Mit der Genehmigung von Hausser stellte er Anfang der 60er Jahre eine billige Lilli-Kopie in 3 Größen in China her. In den 70er Jahren schließt auch die Firma 3M für immer ihre Tore.

Lilli ist für einige Modepuppenliebhaber ein echtes Sammelobjekt. Aufgrund ihrer Seltenheit ist sie leider ein teures Sammelvergnügen. Aber die Bild-Lilli hat nichts von ihrem Charme verloren.

Text und Fotos: Nicole Heineking

Hier geht’s zur Geschichte des Pin-up Girls

rothaarige Bild-Lilli

Vintage Puppe Bild-Lilli

Vintage Puppe im roten Kleid und Hut

Bild-Lilli in Hose und Pullover

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Vintage im Disneyland: Der Dapper Day

Disneyschloss im Dunkeln

Nach meinem Bericht in Ausgabe 29 des Vintage Flaneurs über den Dapper Day an und für sich, möchte ich Ihnen hier noch meine ganz persönlichen Erfahrungen auf diesem Event berichten. Ein Besuch in Disneyland Paris ist für mich etwas ganz Besonderes: die Nostalgie aus Kindertagen gepaart mit der unfassbaren Detailverliebtheit des Parks zieht mich immer wieder zurück… erst recht, seit durch den Dapper Day zwei Mal im Jahr die Schönheit der Themenparkanlage zusätzlich unterstrichen wird durch die Eleganz der teilnehmenden Besucher.

Den Dapper Day erleben

Mein erster Dapper Day ist mittlerweile schon zwei Jahre her, aber ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen: an mein allererstes Retro-Kleid, eigens für diesen Anlass im Internet gekauft, an die irritierten Blicke der Touristen im Shuttle-Bus zum Freizeitpark, als meine beste Freundin und ich herausgeputzt mit Kleidchen, Handschuhen und rotem Lippenstift zwischen ihnen Platz nahmen…

Frau beim Dapper day auf Balkon

Es war der Beginn einer wunderbaren Liebesgeschichte! Knapp hundert Teilnehmer waren es an diesem Tag, seitdem wächst die Gruppe unaufhaltsam: wenn einmal alle am gleichen Ort versammelt sind, weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll vor lauter schönen Menschen. Zwischen alten Bekannten und neuen Freunden hat man nicht selten das Gefühl, dass der Tag mehr als 24 Stunden bräuchte – die Zeit scheint nie auszureichen, um sich mit allen ausgedehnt zu unterhalten, jeden einzelnen Look ausgiebig zu bewundern und all die Komplimente loszuwerden, die einem auf der Zunge liegen. Trotzdem haftet der Veranstaltung immer noch etwas unglaublich Familiäres an; das mag an den bekannten Gesichtern liegen, die man Mal um Mal dort antrifft oder an der Tatsache, dass wildfremde Menschen durch ein gemeinsames Interesse für einen Tag zu einer Art Familie werden. Die vorherrschende gute Stimmung trotzt allen Widrigkeiten – sei es das manchmal unvermeidliche schlechte Wetter oder der nicht selten selbstauferlegte Stress der regulären Themenparkbesucher.

Der Dapper Day ist tatsächlich ein sehr entschleunigtes Freizeitparkerlebnis: allzu schnelle Achterbahnen fallen wegen Hut und Haaren schon einmal weg und verkürzen damit ganz erheblich den Zeitverlust durch stundenlanges Anstehen. Die so gewonnene Zeit lässt sich ganz fantastisch nutzen, um nach Herzenslust durch den Park zu flanieren, die liebevoll gestalteten Themenländer auf sich wirken zu lassen und natürlich auch um den perfekten Ort für das perfekte Erinnerungsfoto zu finden. Es gibt so viele kleine versteckte Ecken und Winkel, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Und wenn man sich am Ende doch einmal in einer längeren Warteschlange wiederfindet, dann oftmals nicht alleine. So lassen sich dann auch endlich diese ersehnten, ausgedehnten Gespräche führen und man hat vielleicht den einen oder anderen Geheimtipp in Sachen Styling in der Tasche, wenn man endlich den Einstiegsbereich erreicht.

Disneyschloss

 

Einmal „Vintage Prinzessin“

Natürlich zieht eine Gruppe von mehreren hundert sorgfältig herausgeputzten Leuten unweigerlich die Aufmerksamkeit der Umstehenden auf sich – auch, wenn sie eigentlich die meiste Zeit des Tages über in weit verstreuten Grüppchen unterschiedlicher Größe unterwegs ist. Irritation, Neugier und vor allem Begeisterung prägen die Begegnungen sowohl mit den Angestellten als auch mit den regulären Parkbesuchern. Nicht selten erkundigen sich die einen wie die anderen nach dem Anlass für all die schönen Kleider. „Warum seid ihr wie Prinzessinnen angezogen?“ hat mal eine junge Frau gefragt, als ich mit Freunden hinter dem Dornröschenschloss Fotos gemacht habe. Und obwohl es normalerweise ja eigentlich die Besucher sind, die die Mitarbeiter fotografieren, wurden wir vor zwei Jahren tatsächlich einmal halb im Scherz um ein Bild gebeten – die Kollegin fände die Kleider so hübsch. Meine bisher liebste Reaktion kam allerdings im letzten Herbst von Cinderellas Stiefschwestern, die wissen wollten, ob ich eine Königin sei und sie bitte zu meinem nächsten Ball einladen könne; darüber muss ich heute noch lachen!

Frau mit Disney Prinzessinen

Es ist ein wunderbares Gefühl zu merken, dass man nicht nur sich selbst einen schönen Moment bereitet, sondern auch den Menschen um sich herum. Der Dapper Day ermöglicht seinen Teilnehmern, sich selbst zu einem Teil des Zaubers zu machen, wenn sie in ihren eleganten Kleidern in die detailverliebten Dekors des Parks eintauchen. Nicht wenige können sich das Disneyland hinterher gar nicht mehr vorstellen ohne all die schön gekleideten Menschen, die ihnen den Tag über begegnet sind. Und auch für sie selbst kommt eine Rückkehr zur Jeans, T-Shirt und Turnschuhen kaum in Frage – nicht jeder mag durch den Dapper Day zur Vintage-Szene finden, aber zumindest die Devise „Hauptsache praktisch“ wird nach solch einem Tag durchaus hinterfragt. Und manchmal kann es ja schon ausreichen, wenn für den Einzelnen die Welt für einen einzigen, besonderen Tag ein bisschen schöner wird!

PS: Lust auf Disney? Hier finden Sie noch ein DIY für eine maritime Disney-angehauchte Muschelbrosche, die Sie auf dem DapperDay strahlen lassen wird!

Caro beim DapperDay

Text und alle Bilder: Carolin Unnewehr

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Ein filmreifer italienischer Vintage-Urlaub

Vespa in Italien

Sie suchen noch Ideen für Ihren Vintage-Urlaub? Passend zu unseren Urlaubstipps in Ausgabe 29 des Vintage Flaneurs haben wir noch eine Idee: Wie wäre es mt Italien? Ab Mitte der 1950er war es der Trend schlechthin: in den großen Ferien der Heimat entfliehen und in den Urlaub fahren. Das Traumziel Nummer eins hieß Italien. Das Land erschien den Deutschen damals wie das Paradies auf Erden – verständlicherweise: kulinarische Exoten wie Spaghetti, Brokkoli oder die inzwischen nicht mehr aus dem Mittagstisch-Repertoire wegzudenkende Pizza waren damals noch eine Seltenheit, italienische Restaurants rar gesät. Neben deftigem, außergewöhnlichem Essen lockte Italien außerdem mit Sonne, Strand und viel Kunst und Kultur – allen voran Rom, bereits seit Jahrtausenden eine wichtige Metropole. Und auch in Zeiten des Massentourismus ist sie noch eine Reise wert ist und hält einige Überraschungen für Vintage-Fans bereit!

Ein filmischer Reiseführer

„Roman Holiday“, im deutschsprachigen Raum „Ein Herz und eine Krone“, ist ein echter Klassiker: 1953 ebnet der Film Audrey Hepburns Weg auf den steinigen Straßen Richtung Hollywood und macht sie weltberühmt. Für die Rolle der rebellierenden Prinzessin Anne, die undercover durch das Rom der 50er Jahre streift, bekam die junge Schauspielerin nicht nur die Anerkennung des großen Gregory Peck. Ganz nebenbei erhielt sie auch ihren ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin. Neben der charmanten Handlung in typischer William Wyler-Manier besticht der Film vor allem mit seinen eindrucksvollen Aufnahmen. Diese wurden allesamt in Rom gedreht, wie der Vorspann noch einmal betont. Dadurch eignet er sich auch heute noch als idealer Reiseführer. Insbesondere, wenn man auf den Spuren einstiger Filmgrößen wandeln will. Denn die im Film verwendeten Drehorte haben sich selbst in knapp 70 Jahren kaum verändert. (Lesen Sie nach dem Bild weiter)

Blick auf den Vatikan in Rom
Pixabay @julius silver

Rom: Da muss man hin

Wer sich auf die Spuren Hepburns, Pecks und Wylers begibt, kommt um den Bocca della verità, den Mund der Wahrheit, nicht herum: ein in Stein gehauenes, rundes Gesicht mit offenem Mund in der Vorhalle der Kirche Santa Maria in Cosmedin. Lügnern und Heuchlern, so sagt die Legende, wird die Hand abgebissen, wenn sie sie in den Mund der Wahrheit legen – eine Schlüsselszene im Film, in dem Täuschung und Ehrlichkeit zentrale Themen sind für Prinzessin Anne und Journalist Joe Bradley.

Apropos Prinzessin – die braucht natürlich auch eine angemessene Unterkunft. Für die Darstellung der Römischen Residenz Prinzessin Annes wurden Teile des Palazzo Brancaccio und Palazzo Colonna verwendet; letzterer ist gegen einen geringen Eintrittpreis teilweise zu besichtigen und einen Besuch wert. Denn die Galleria Colonna bietet nicht nur eine bedeutende Kunstsammlung, sondern auch einen weiteren Drehort: in der pompösen Halle findet der Film sein traurig-schönes Ende.

Ebenfalls berühmt und auch heute noch eine Touristenattraktion sind der Trevibrunnen und die Spanische Treppe. Beide sind in kurzer Zeit fußläufig vom Palazzo Colonna zu erreichen. Die große Freitreppe lädt zu einer Verschnaufpause ein, wie Audrey es einst vormachte: mit einem leckeren Eis im Sonnenschein.

Besichtigungen machen hungrig

Wie wäre es also mit einem kulinarischen Stop in Roms erstem Veggie-Restaurant, dem „Il Margutta“ in der Künstlerstraße Via Margutta? Das kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder – auch hier begegnen wir wieder unseren Filmlegenden: Joe Bradley alias Gregory Peck bewohnt in „Roman Holiday“ ein Appartement in der Via Margutta 51. Eine ideale Gelegenheit also, das Notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden und nach einer deftigen Pasta direkt den nächsten Drehort zu besuchen.

Ausklingen lassen kann man den Tag dann mit einem Abendspaziergang, vielleicht mit einem Zwischenstop auf dem Aventin-Hügel. Obwohl kein Geheimtipp mehr, lässt sich dort trotzdem zwischen herrlich duftenden Orangenbäumen der Sonnenuntergang genießen. In den Sommermonaten gibt es sogar das eine oder andere Konzert.

Wer darüber hinaus Filmluft schnuppern möchte, ist in den Cinecittà Filmstudios bestens aufgehoben. Unweit der Stadt können hier weitere Drehorte auch anderer Klassiker besichtigt werden, z.B. „Ben Hur“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“. Ebenfalls zugänglich ist Federico Fellinis Wohnung, der einen Großteil seiner Filme in ebendiesen Studios drehte und sich der Einfachheit halber in nächster Nähe häuslich einrichtete.

Wer die alten Zeiten nicht nur sehen möchte, sondern etwas handfestes für den Kleiderschrank braucht, ist bei „Il Baratto“ bestens aufgehoben (zu finden in der Box 56 auf dem Testaccio Wochenmarkt: Mittwochs bis Freitags 10.00 bis 14.00, Via Alessandro Volta). Das Besondere: das Prinzip des Tauschhandels. Mitgebrachte alte Kleidung kann gegen Angebote getauscht werden. Im Angebot hat „Il Baratto“ daher u.a. eine Menge Vintage-Mode für den kleinen Geldbeutel. (Lesen Sie nach dem Foto weiter)

Straße in Rom
Pixabay @Kirkandmimi

Für den besonderen Flair des Vintage-Urlaub

Es muss nicht gleich die typische Vespa-Fahrt durch die belebten Straßen Roms sein, um dem Urlaub einen letzten Vintage-Schliff zu verleihen. Auch kleine Dinge können in alte Zeiten zurückversetzen und nebenbei Entschleunigung bieten von der zunehmend technologisierten Welt. Wie wäre es zum Beispiel mit Postkarten statt kurzer SMS? Über handgeschriebene Worte und eine persönlich ausgesuchte Karte freut sich sicher jeder Daheimgebliebene.

Für Überraschungsmomente auch noch nach dem Urlaub sorgt ein Fotoapparat mit Film: bei einem gemütlichen Beisammensitzen kann man die Ferien revue passieren lassen und vielleicht das ein oder andere kuriose Foto entdecken! Alternativ und gerade wieder sehr in Mode ist beispielsweise die Polaroidkamera. Es gibt sie inzwischen in allen erdenklichen Formen und Farben und in handlichen Größen. So steht einem stilechten „Roman Holiday“ nichts mehr im Weg! – Ein weiterer Vorschlag für einen Trip? Wie wäre es mit München?

Franziska Flachs

(Titelbild: Pixabay @RoAll)

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Oldtimertreffen: Das Oldtimer Classic-Festival Schloss Lembeck

Oldtimer Classic Festival Schloss Lembeck

(Werbung – ja, wir bekommen Geld dafür, aber der Tipp ist trotzdem prima!)

Sich einmal wieder schickmachen und in stilvolle Vintage Kleidung hüllen, wundervolle alte Autos bei einem Oldtimertreffen bewundern und ein edles, herrschaftliches Ambiente genießen – das hört sich für Sie verheißungsvoll an? Dann ist das Oldtimer Classic-Festival auf dem westfälischen Wasserschloss Lembeck bei Dorsten vom 20. – 22. Juli 2018 das richtige für Sie!

Die Premiere der Veranstaltung im letzten Jahr war ein voller Erfolg. Kein Wunder, dass die Veranstalter Klaus Koehne und Thomas Schlott daran anschließen wollen. Und sie haben sich einiges einfallen lassen, um das Erlebnis noch runder, noch vielfältiger und noch lohnenswerter zu machen.

Savoir Vivre rund um den Oldtimer

Die Kulisse mit dem Schloss und einem herrlichen Gartenambiente setzt den Rahmen für die chromblitzenden Träume auf 4 Rädern. Diese können nicht nur bewundert, sondern bei den zahlreichen Händlern in allen Preisklassen auch gekauft werden. Und für wen ein neues, altes Auto nicht erschwinglich ist, der wird sicher an den Marktständen des Oldtimerfestivals mit Mode, Kunst und Lifestyle für Retro-Freunde fündig. Auch für das leibliche Wohl ist selbstredend gesorgt – vom U.S.-Burger über Flammkuchen, bis hin zum Festzelt von Starkoch Thomas Püttmann ist für jeden Gaumen etwas dabei.

Doch auch über das „klassische“ Angebot eines Oldtimertreffens hinaus hat das Oldtimer Classic-Festival Schloss Lembeck einiges zu bieten.

Am Freitag gibt es eine Pre-Party, die Sie mit oder ohne Abendessen buchen können, und bei der die „Wonderfrolleins“ (die Sie auch schon aus dem Vintage Flaneur kennen) für Spaß und musikalische Unterhaltung sorgen.

Am Samstag bietet das Festival neben einer Ausfahrt der Oldtimer einen vom fachkundigen und bekannten Moderator Georg Meyering begleiteten „Concours d’Elegance“, bei dem die prachtvollsten Autos präsentiert werden. Die Jury sind dabei Sie, wertes Publikum, die Sie per Stimmkarte Ihren Favoriten wählen können. Dazu kommen gleich zwei Sonderausstellungen: Eine mit Vorkriegsoldtimern und eine mit legendären Straßenkreuzern.

Sie möchten einmal etwas ganz anderes sehen und erleben? Wie wäre es mit einer historischen Dampfwalze aus dem Jahre 1925? Eine solche fährt über das Gelände und präsentiert sich fauchend dem Publikum. Oder vielleicht steht Ihnen der Sinn nach einer Rundfahrt in einem legendären Oldtimer-Haubenbus? Dies wird am Sonntag möglich sein, in einem original Mercedes O3500 von 1954.

So wird das Oldtimer Classic-Festival Schloss Lembeck seinem Motto: „Savoir Vivre rund um den Oldtimer“ ohne Mühen gerecht – ein guter Tipp für ein fantastisches Wochenende! (Lesen Sie nach dem Foto weiter)

Szene vom Oldtimer Classic-Festival Schloss Lembeck
(c) Classic-Festival Event GmbH

Das Oldtimertreffen in Zahlen

Das Oldtimer-Festival beginnt mit der Pre-Party am Freitag.

Regulär geöffnet ist das Festival dann am Samstag von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr, und am Sonntag von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

Die Tickets bekommen Sie im Vorverkauf ausschließlich über die Webseite www.classic-festival.de. Natürlich gibt es auch eine Tageskasse.

Das normale Tagesticket kostet € 15,00 pro Person, Kinder bis 14 Jahre sind frei!

Eine andere Möglichkeit ist das „Picknick-Ticket“ für € 35,00: Darin ist ein großzügiger Parkplatz für den eigenen Oldtimer auf der Schlosswiese sowie 2 Tagestickets mitinbegriffen. Dieses Ticket ist perfekt für Oldtimerbesitzer, die gerne innerhalb des Schlossparks parken wollen.

Und wer erst am Nachmittag vorbeischauen will oder kann, der kauft am besten ein vergünstigtes „Nachmittagsticket“ für € 10,00 an der Tageskasse, das ab 15:00 Uhr gültig ist.

Alles über die Anmeldefrist zum Concours d’Elegance oder die Verfügbarkeit von Plätzen zur Ausfahrt erhalten Sie ebenfalls auf der Seite www.classic-festival.de

Oldtimer Classic-Festival Schloss Lembeck – let the good times roll…

Autos beim Classic-Festival Schloss Lembeck
(c)Classic-Festival Event GmbH

Bilder (c) Classic-Festival Event GmbH und Thomas Schlott

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Mein Start in den Vintage Lifestyle

Frau in geblümten Kleid

Dies ist der Anfang meiner Reise in den Vintage Lifestyle. Ich bin bereit, mich auf den Weg zu machen. Ich stehe mit meinen rot lackierten Fingernägeln, dem neu erstandenen 50iger Jahre Swing Rock im Karo-Muster, dem weißen flauschigen Retro-Pulli und in meinen schwarzen Pumps an der Bushaltestelle. Bereit. Warte auf den Bus, der mich mitnimmt in eine Zeit, die ich eigentlich nicht kenne. Aber mit der ich mich so verbunden fühle.

Vintage Lifestyle: So gings los

Angefangen hat alles vor ca. acht Wochen. Da muss ich mich mit dem Vintage-Fieber angesteckt haben. Ich bin ihm seitdem gnadenlos ausgeliefert. Diese vielen, wunderschönen Frisuren, diese glitzernden Broschen und das wunderschöne Make-Up.- der Wahnsinn.

Ich weiß nicht, wie genau ich auf den Vintage Lifestyle gestoßen bin. Wir sind gerade am Ausbau unseres Hauses und ich glaube, ich war auf der Suche nach einer Lampe für unsere neue Büro-Einrichtung. So eine kleine, mit einem kleinen Lampenschirm. Vintage halt!

Da muss es passiert sein. Plötzlich landete ich auf einem Blog. Einem Vintage-Blog. Ich weiß noch wie ich dachte: „Wow, sie sieht einfach so wahnsinnig hübsch aus. Dieser Stil steht ihr unglaublich gut!“ Kann mir das auch stehen, würde ich auch so unglaublich zufrieden und einfach mal wieder richtig hübsch aussehen können?

Und so startete ich meinen eigenen Weg zum Vintage Lifestyle

Innerhalb von einem halben Tag hatte ich den ganzen Block durchforstet, klickte mich durch mehrere Klamotten-Stores und am Ende des Tages saß ich da: Mit zwei neuen Swing- Röcken, zwei neuen wahnsinnig edlen Oberteilen sowie einer Brosche im Warenkorb – und ganz vielen Träumereien im Kopf.

Das Eintreffen des Postboten zwei Tage später konnte ich kaum abwarten. Wird es mir überhaupt stehen, sieht es nicht vielleicht doch etwas lächerlich aus, an mir? Fünf Minuten später stehe ich vor meinem Spiegel, drehe mich im Kreis und lasse meinen Swing Rock fliegen. Ich fühle mich einfach wunderbar. Ob er mir steht? Sicher! Ich sehe phantastisch aus, ich fühle mich phantastisch.

Und wo gehts nun hin?

Jetzt kann meine Reise beginnnen. Ich bin mir sicher, es wird dauern, bis ich ankomme. Ich werde viel ausprobieren und einiges wird mir nicht stehen, in vielem werde ich mich nicht wohl fühlen. Aber es gibt so viel zu entdecken. Ich bin bereit.

Hier stehe ich nun, mit meinen rot lackierten Fingernägeln, dem 50iger Jahre Swing Rock mit Karo-Muster, dem weißen flauschigen Retro-Pulli und in meinen schwarzen Pumps. Da vorne kommt der Bus, ich bin aufgeregt und freue mich. Ich steige ein und nehme Platz neben all diesen wunderschönen Frauen, die sich mit mir auf eine Reise machen- in eine Zeit, die wir eigentlich nicht kennen. Mit der wir uns aber dennoch so verbunden fühlen.

Katrin D.

Foto: Stocksnap Valeria Boltneva

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Vintage Mode für den filmreifen Winter

Frau im Vintagelook isst Popcorn

Liebe Flaneure, erstmalig zeigen wir Ihnen heute eine ganze geschlossene Strecke aus der Ausgabe 25: Die filmreife Vintage Wintermode im Kino!

Aus der Vintage Flaneur Redaktion

Was fast niemand weiß, obwohl es alle kennen: Ein Bild kommt nicht so aus dem Druck, wie es am Bildschirm aussieht. Sie können es selber versuchen und mal ein Foto daheim ausdrucken. Sie werden sehen, dass es die Farben verändert, die Schärfen und noch mehr. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, wie der Typ des Druckers und das Papier, auf dem Sie drucken.

Genau das gilt auch für uns: Wenn wir unsere Daten in die Druckerei schicken, wissen wir nie zu 100 % was wir als Produkt zurückbekommen. Es ist auch für uns immer eine Überraschung – meistens eine gute, aber eben nicht immer. So kam die Strecke zur Wintermode im Kino zu dunkel heraus. Dafür kann niemand etwas: Die Fotografin Yvonne Sophie Thöne hat ebenso tolle Arbeit geleistet wie Visagistin Nicole Blasel und die Models Marcel Häfner, Madame Donna de la Miez, Mina Ignis und Miss Sunset oder die Location, die Wied-Scala in Neitersen.

Über Vintage Glamour und Wintermode

Das können wir so natürlich nicht stehen lassen. Wir wissen, dass die meisten von Ihnen unsere Modestrecken lieben und immer gespannt erwarten, was die Modewelt zu bieten hat. Und so sollen Sie auch heute unser Vintage Wintermode sehen. Für alle, die die Ausgabe 25 des Vintage Flaneurs bereits haben als Zusatz zur gedruckten Strecke. Und für alle, die ihn noch nicht haben, als Anreiz: Die Ausgabe 25 ist nämlich sehr schön geworden. Die zweite Foto-Strecke voll mit glamouröser Abendmode sieht toll aus, spannende Artikel (über Kino und Filme, über Absinth, über Babylon Berlin und so viel mehr) säumen die Strecken und Do-it-yourselfs regen zum Zeit nehmen und Nachmachen an. Nicht zuletzt gibt es die schönsten Geschenktipps für Weihnachten. Hier finden Sie weitere Infos.

Und nun wünschen wir Ihnen ganz viel Spaß mit unserer filmreifen Vintage Wintermode!

Gruppe von Menschen in Vintage Wintermode betritt ein Kino
Mina Ignis: Mantel via Dotty & Dan, Hut: Laurence Leleux – Madame Donna de la Miez: Jacke und Rock via TopVintage – Miss Sunset: Mantel via TopVintage, Hut: Laurence Leleux – Marcel Häfner: Collegejacke, Jeans und Portemonnaikette: Rumble59
Frauen in Retrofashion suchen ihren Platz im Kino
Miss Sunset: Kleid: Vive Maria – Madame Donna de la Miez: Kleid via Dotty & Dan, Hut: Coy – Art to wear/Berliner Hutsalon
Menschen in Vintagemode im Kino bringen popcorn
Madame Donna de la Miez: Oberteil und Pencilskirt: Rumble59, Hut: Maliné – Miss Sunset: Kleid: Orsay, Hut: Maliné – Marcel Häfner: Hemd, Weste, Jackett und Hose: Vecona Vintage
Frau in Retrokleidung vor Kinoleinwand
Madame Donna de la Miez: Kleid via TopVintage, Headpiece: Maliné
Frauen in Vintagekleidung im Kino klappen Stühle runter
Miss Sunset: Rock und Strickjacke via TopVintage – Mina Ignis: Kleid: Vive Maria, Strickjacke und Handschuhe via Dotty & Dan, Hut: Maliné
Päärchen in Retromode füttern sich im Kino mit Popcorn
Miss Sunset: Strickkleid via TopVintage, Hut: Laurence Leleux – Marcel Häfner: Hemd, Weste, Jackett und Hose: Vecona Vintage
Päärchen in Vintagefashion sitzt im Kino
Marcel Häfner: Hemd, Weste und Hose: Vecona Vintage – Madame Donna de la Miez: Pullover und Rock via TopVintage, Hut: Coy – Art to wear/Berliner Hutsalon
Rockabilly im Kino machen Popcornschlacht
Mina Ignis: Kleid via TopVintage, Schuhe: Keds – Miss Sunset: Overall via Dotty & Dan, Mütze: Coy – Art to wear/Berliner – Marcel Häfner: Jeans und Hemd: Rumble59 – Madame Donna de la Miez: Jeans und Collegejacke: Rumble 59, Schuhe: Keds
Menschen in Retrokleid und Knickerbocker sitzen im Kino
Miss Sunset: Kleid: Blutsgeschwister – Marcel Häfner: Knickerbocker, Weste und Mütze: Retronia, Strümpfe via Retronia – Mina Ignis: Bluse und Rock via Dotty & Dan, Hut: Laurence Leleux
Frauen in Retrokleidung langweilen sich bei Actionfilm
Madame Donna de la Miez: Kleid: Vive Maria, Tasche via Dotty & Dan – Miss Sunset: Kleid via TopVintage, Hut: Maliné – Mina Ignis: Strickkleid: Blutsgeschwister
Frau im Vintageoutfit sitzt im Kino
Miss Sunset: Hose und Pullover via TopVintage, Hut: Coy – Art to wear/Berliner Hutsalon
zwei Päärchen in Vintage Mode sitzen im Kino
Madame Donna de la Miez: Rock und Strickoberteil via TopVintage – Mina Ignis: Kleid: Blutsgeschwister – Miss Sunset: High Waist-Hose und Bluse via Dotty & Dan – Marcel Häfner: Jeans und Gürtel: Rumble 59, Hut via Coy – Art to wear/Berliner Hutsalon
Päärchen im schicken Vintagelook verlässt Kino
Mina Ignis: Kleid via TopVintage – Marcel Häfner: Knickerbocker und Weste: Retronia, Strümpfe via Retronia
Rock'n'Roll Päärchen im Kino Gang
Marcel Häfner: Oberteil, Jeans und Gürtel: Rumble59 – Madame Donna de la Miez: Jeans: Rumble59, Bluse: Vive Maria

 

Frau im Vintagelook isst Popcorn
Mina Ignis: Strickjacke: Blutsgeschwister
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Liberté – Eine Kurzgeschichte im Retro Style

Liberté - Eine Foto Story im Retro Style von Refined Bohemia

Wir freuen uns sehr, Ihnen heute eine wirklich liebevoll produzierte Foto-Story im Retro Style von Refined Bohemia präsentieren zu dürfen. Die Idee dazu kam Jessica (25) von Refined Bohemia während eines Fotoshootings für Ihre Bridal-Kollektion, das eigentlich für einen Blogpost gedacht war, und so entstand kurzerhand dann eine ganze Kurzgeschichte mit dazu passender Fotostrecke. Auf Jessicas Anfrage, ob wir die schöne Foto-Story nicht über den Vintage Flaneur weiterposten wollten, reagierten wir natürlich mit JA, und so wünschen wir Ihnen nun viel Vergnügen bei der Lektüre:

Ein großes weißes Gebäude, das bereits aus der Ferne gut zu sehen war, bildete den Mittelpunkt der kleinen Stadt. Reisende verirrten sich hier nur selten, denn eine Metropole war dieses schüchterne Fleckchen Erde wahrlich nicht.

Er blickte durch den Sucher seiner Kamera. Eine Routine – er bemerkte es selbst nicht mehr. Die Landschaft wurde ihm in diesem Blick vertraut. Er suchte nach Wiederholungen, Besonderheiten, und nach etwas, das ihm vollkommen neu erschien. Sein Zeigefinger zuckte ungewohnt über dem Knopf, der das Erspähte in seine Unsterblichkeit zu überführen vermochte. Unzählbar oft hatte er das Motiv bereits seiner angestammten Umgebung entrissen. Unzählig oft, doch dieses eine Mal zögerte er.Liberté - Eine Kurzgeschichte im Retro Style von Refined Bohemia

Der Wind, der hier oben rauer wehte als in seiner Heimatstadt, verwandelte sich in das warme Gefühl von Geborgenheit. Und auch der Regen verschwand für ihn so plötzlich, wie er eingesetzt hatte. Leuchten rote Locken, ein tannengrünes Kleid, das eine unbekannte Landschaft illuminierte und ein zurückhaltendes Lächeln waren der Grund für dieses so unbekannte Gefühl der Schwerelosigkeit. Eine junge Dame richtete ihr vom Wind leicht aufgewühltes Haar und hatte Mühe, ihren Schirm festzuhalten.

Liberté - Eine Foto Story im Retro Style von Refined Bohemia„Darf ich Ihnen zur Hilfe eilen?“, rief der junge Herr ihr zu, alsbald sich seine Augen an die unbekannte Schönheit und seine Bauchgegend an das Kribbeln gewöhnt hatten. „Das ist sehr zuvorkommend von Ihnen“, antwortete die Frau, deren Koffer bereits vom Schaffner höchstpersönlich in ihrem Abteil verstaut wurden. Sie reichte ihm den Schirm und hakte sich in der gleichen Sekunde mit einem selbstbewussten Griff unter den Arm ihres unbekannten Retters ein. „Einem Gentleman wie Ihnen begegnet man hier nicht allzu häufig“, begann sie das Gespräch und mit einem Blick auf seine Kamera fragte sie sich zugleich, was diesen pfiffigen Herrn wohl zu einer solchen Reise trieb. „Durchreise“, er bemerkte zugleich, dass diese Aussage äußerst unangebracht erscheinen musste und schob noch schnell ein: „Ich möchte die Fjorde sehen, von der seit der letzten Abenteuerreise unserer Arktischen Sozietät so viel berichtet wird.“ Liberté - Eine Foto Story im Retro Style von Refined Bohemia

„Unsere Arktische Sozietät?“, ein fragender Blick ließ ihn aus seinem Tritt kommen und er hatte Mühe, seine Verlegenheit nicht vor ihren Augen zur Schau zu stellen. Eine unangenehme Röte stieg in sein Gesicht. „Entschuldigen Sie das Versehen, ich habe mich ja noch nicht vorgestellt“, antwortete der Engländer und informierte die Dame im selben Aufgebot über allerlei Nützliches aber auch zuhauf Unnützliches über sich. „Ein Abenteurer, zugleich eine rastlose Seele und nun auf der Suche nach landschaftlicher Schönheit und nach sich selbst“, war ihr weitreichendes Urteil über den jungen Herrn, „alles in allem eine äußerst interessante Erscheinung“. „Bitte einsteigen“, ein schriller Pfiff holte sie aus ihren Gedanken zurück in die rauchende Realität dieses dunkelgrünen Stahlgefährts und mit schnellen Schritten eilte sie auf den Waggon zu, noch immer untergehakt bei dem jungen Herrn, der ihrem Schritt problemlos mithielt.

Liberté - Eine Foto Story im Retro Style von Refined BohemiaSie wollte noch nicht reingehen, zu schön war der Wind, den die langsam anfahrende Karawane auf ihr kleines Plateau trieb und ihr Mitreisender schien das gleiche zu fühlen, denn er blieb bei ihr. Für immer.

„So lassen sie uns auf eine unbekannte Reise gehen, in der wilden See schwimmen und die Sterne der klaren Nacht zählen. Wir werden uns lieben und wir werden frei sein“, rief sie und der Wind trug ihre Worte hinfort. Die junge Frau blickte zurück, ohne Schwermut, sondern im Bewusstsein dass sich ihre Freiheit nun vor ihr ausdehnte wie ein Teppich voll unbekannter Muster.

Liberté - Eine Foto Story im Retro Style von Refined Bohemia

Liberté - Eine Foto Story im Retro Style von Refined Bohemia

 

Über Refined Bohemia:

Refined Bohemia ist eine Lifestylemarke und steht für liebevoll angefertigte Schmuck-Kleinserien. Die Schmuckstücke verbinden Natur und Nostalgie in moderner Weise, inspiriert vom Boho-Stil und der französischen Bohème. Die verwendete Materialien sind oftmals in Erdtönen gehalten, greifen Naturmotive und -formen auf, und vermitteln das Gefühl von handgemachten Unikaten. Neben Kristallen und Perlen lassen sich auch Anhänger und Spitzenborten aus Antiquitätenläden finden. Die Liebe zum Detail zeigt sich in der Ausgestaltung der Schmuckstücke. Die Materialien kommen zumeist von kleinen Händlern aus Spanien, Portugal, Griechenland oder Amerika und sind oftmals nur in geringer Stückzahl verfügbar, sodass einige Schmuckstücke streng limitiert sind.

Schauen Sie gerne auch bei Refined Bohemia vorbei: https://www.refinedbohemia.com/

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Düsseldorfs retro Friseur: Salon Walter Steiner

Vintage Friseur in Düsseldorf

Ihnen reichen die Frisuren Tutorials allein nicht, die im Vintage Flaneur zu finden sind? Sie möchten sich lieber von einem retro Friseur frisieren lassen? Dann haben wir gute Neuigkeiten: Die Düsseldorfer retro Damenwelt (und nicht nur die retro Damenwelt) hat einen neuen, fantastischen Salon, den sie besuchen kann um sich aufhübschen zu lassen. Der Salon Walter Steiner eröffnete Anfang November nach aufwändigen Renovierungsarbeiten seine Pforten und ist eine wahre Augenweide und ganz sicher einen Besuch wert.

Ausschließlich mit echten Requisiten aus den 50er Jahren ist der Salon von Carola Steiner und Jessica Walter ausgestattet. Die beiden Friseurmeisterinnen nennen sich „Fräulein Kitty“ und „Fräulein Jette“ und sind spezialisiert auf Frisuren der 40er bis 60er Jahre. Nur die Haarpflege von Balmain und „Sexy Hair“ (vegan) entsprechen dem aktuellen Zeitgeist.

Fünf Jahre haben die Jungunternehmerinnen vom rosacremefarbenen Moulinexfön bis zur Kadus Trockenhaube originale Einrichtungsteile gesammelt, um den neuen Hot Spot der eleganten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts zu gestalten.

Die beiden Inhaberinnen leben auch privat im Stil dieser Zeit und hatten in ihren Berufen diese Seite auch schon immer gelebt: Carola Steiner durfte mit Ausnahmegenehmigung ihres bisherigen Arbeitgebers ihre individuellen Outfits auch im Job tragen; Jessica Walter frisierte bei Szeneevents.

Auch Kundinnen mit Freude am aktuellen Zeitgeist werden hocherfreut gestylt. Sie sollen nur Freude an Kaffee in kleinen Sammeltässchen mitbringen.

Die Damen bieten eine breite Palette an Angeboten: Frisuren für privat, Shows, Events, Bälle, Hochzeiten, Film, etc. Olaplexbehandlungen, Extensions in diversen Längen und Farben, aber auch Maniküre, Make ups für jede Gelegenheit und natürlich historische Frisuren mit Schwerpunkt auf die 1920er bis 1960er Jahre. Auch außer Haus besuchen Fräulein Kitty und Fräulein Jette Sie gerne auf Festivals, Bällen, Junggesellenabschied und ähnlichem.

Adresse: Düsseldorfer Kronprinzenstraße 96

Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag 10 – 21 Uhr, Mittwoch 10 – 19 Uhr, Donnerstag 10 – 19 Uhr, Freitag 10 – 19 Uhr, Samstag 8 – 15 Uhr

Termine außerhalb der Öffnungszeiten und Außerhaus sind natürlich ebenfalls auf Vereinbarung möglich

www.salon-walter-steiner.de

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Retro Musik zur Weihnachtszeit

Retro Musik zur Vintage Weihnacht

In diesem bezaubernden Gastbeitrag stellt Ihnen Bloggerin und Autorin Jen Liebig, auch bekannt als Mrs. Muffin, ihre ganz persönlichen Weihnachtshits für bezaubernde Vintage Weihnachten vor – nicht einfach nur so, sondern liebevoll gereimt. Viel Spaß damit! Mehr Schönes für eine hinreißende Vintage Weihnacht finden Sie z.B. in der Ausgabe 19 des Vintage Flaneurs.

Bald kommt die liebe, wohlklingende Weihnachtszeit, auf die ein jeder Mensch sich freut.

Werte Flaneure und Flaneurinnen, auch mit Sang und Klang ist diese Zeit ein wahrer Unterfang´, sie lädt zur Gemütlichkeit recht ein und lässt uns mal alle Sorgen vergessen sein.

Drum stelle ich Ihnen in diesem Artikel meine persönliche Top 5 der liebsten, weihnachtlichen Klänge vor. Und wer weiß, vielleicht bleibt ein paar von Ihnen auch eine Melodie im Ohr.

Regt dann noch zum Kaufen an, welch ein Traum und liegt dann eventuell unterm´ Weihnachtsbaum.

 

1) The Andrew Sisters „Songs of Christmas“

Ich mag die klassischen Lieder und Frauengruppen sehr, drum müssen für mich unbedingt die Andrew Sisters her. Mit dem Album „Songs for Christmas“, wie´s der Titel schon sagt, haben sich die Damen an Weihnachtslieder gewagt.

Von amerikanischen Klassikern wie „The Twelve Days Of Christmas“ oder Liedern wie „Here Comes Santa Claus“, ließen die talentierten Damen nichts aus.

Es bereitet wirklich große Freude zuzuhörn´ und sich in dieser gemütlichen Zeit mal nicht zu stör´n.

Drum hören Sie den drei Damen einfach zu, wippen mit dem Finger oder kommen zur Ruh‘.

Anspieltipp: The Twelve Days of Christmas

 

2) Götz Alsmann und die WDR Big Band „Winterwunderwelten Sammelbox“

Herr Alsmann war mir sehr bekannt, drum war ich auf dieses Weihnachtsalbum echt gespannt. Seinem Stil blieb er mehr als treu, worüber ich mich besonders freu.

Ganz neu ist sie herausgebracht, die Sammelbox mit „Winterwunderwelt“, „Winterwunderwelt Vol. 2“ und CD mit Live-Material in ihrer ganzen Pracht.

In wunderschöner Alsmann-Manier, ist es eines der schönsten Alben hier.

Interpretiert er auf diesem Album den Klassiker „Lasst uns froh und munter sein“, im Stil von „Minnie The Moocher“ macht es Spaß, gar keine Frage.

Drum vertrauen Sie mir ruhig, wenn ich Ihnen sage „Dieses Album ist ein wahrer Segen und wird den vorweihnachtlichen Stress Ihnen wegfegen“.

Anspieltipp: Lasst uns froh und munter seinGört Alsmann Weihnachts Swing

 

3) Frank Sinatra, Dean Martin & Sammy Davis, Jr. „Christmas With The Rat Pack“

Dieses Trio ist einfach wundervoll, drum find ich dieses Album toll. Es erinnert mich an ruhige Zeiten, Tee und Plätzchen, ach was sind die drei für Schätzchen.

Ihre Lieder sind uns allen wohl bekannt und die besten, sind auf diesem Album gebannt.

Gut gekleidet kommen die drei Herren daher, doch ihre Stimmen können noch viel mehr.

Sie beglückten uns mit Liedern wie „Winter Wonderland“, „The Christmas Song“ und noch viel mehr und diese Lieder von den dreien gesungen macht echt was her.

In dieser Zeit, wo leider jeder zu viel eilt und nicht oft für sich verweilt, gibt es viel zu selten Ruh, drum höre ich gern diesem Album zu.

Anspieltipp: Christmas Time All Over The World

 

4) The Overtones „Good Ol´ Fashioned Christmas“

Diese schmucken Herren aus London hier, sind auf meiner Liste die Nummer vier.

Dem Doo-Wop Klang haben sich die fünf verschrieben und glauben Sie mir, auch das Weihnachtsalbum werden sie lieben. Die klassischen amerikanischen und britischen Weihnachtslieder haben sie sich herausgepickt und mit dem Doo-Wop Sound gespickt.

„Let it Snow“, „Driving Home For Christmas“ um nur ein paar zu nennen, werden Sie, werte Flaneure, ganz bestimmt kennen.

Drum lassen Sie sich doch drauf ein, denn dieses Album ist wirklich fein.

Anspieltipp: It´s the Most Wonderful Time of the Year

 

5) Tom Gaebel „A Swinging Christmas“

Sie merken vielleicht, ich hab´s mit dem Swing, ist aber auch einfach ein wunderschönes Ding. Es handelt sich um das zweite Weihnachtsalbum von Herrn Gaebel und es macht Spaß es zu hören, weshalb mich auch keiner darf dabei stören.

Die Mischung zwischen ruhigen Melodien und schmissigen Liedern ist echt toll und damit ist das Album voll.

Auch er bedient sich an Klassikern wie „Sleigh Ride“ und kombiniert sie mit neuen Sachen „Twinkle Twinkle Little Me“, die durchaus dem Hörer Freude machen.

Gönnen Sie sich die Ruh´ und hören sie dieser wundervollen Stimme zu.

Anspieltipp: When Your Heart is Singing

gaebel

Sehr geehrte Flaneure und Flaneurinnen,

ich nahm sie mit in meiner Dichterweise, auf eine kleine, musikalische Weihnachtsreise.

Und wünsche ihnen und Ihren Familien nur das Beste, zum kommenden Weihnachtsfeste.

Bedanken möchte ich mich bei Ihnen für das schöne Jahr, denn es war mit Ihnen einfach wunderbar.

Nun genießen Sie die Zeit und kommen zur Ruh´ und schließen bei manchem Lied doch mal die Augen zu.

 

Herzliche und vorweihnachtliche Grüße

Ihre Jen Liebig (http://mrsmuffinsretroblog.blogspot.de)

Und was sind Ihre liebsten Weihnachtslieder?

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Mein wunderbarer Hutsalon: Kopfkunst zum Kaufen oder Erlernen

Hüte von Ricarda Engelsberger im Vintage Flaneur

Dass Ricarda Engelsberger von „Mein wunderbarer Hutsalon“ sich bestens auf die Kunst versteht, zauberhafte vintageinspirierte Hüte herzustellen, zeigte bereits ihr Auftritt in einem der Modeshootings in Ausgabe 18 des Vintage Flaneurs. Doch das ist nicht das einzige Angebot: Ricarda gibt auch Workshops in denen sich die Dame von Welt ihren ganz eigenen Traumhut selber herstellen kann.. Wäre das nicht ein unschlagbar individuelles Weihnachtsgeschenk? Wir stellten Ricarda unsere 5 Fragen.

Beschreib uns kurz dein Hutlabel “Mein wunderbarer Hutsalon”

Meine Liebe zum Modistenhandwerk möchte ich gerne teilen und mitteilen. Aus diesem Grund gebe ich mit viel Herzblut Workshops in denen frau (oder man) den eigenen, ganz individuellen Wunschhut oder Mode- und Kostümschaffende allgemeine Grundlagen der Modisterei und gerne auch spezifische Techniken erlernen können, denn dieses Handwerk ist einfach viel zu schön um in Vergessenheit zu geraten.

Außerdem bietet Mein wunderbarer Hutsalon neben der klassischen Anfertigung von Modellhüten nach Wunsch auch ausgesuchte Modelle in Konfektion im Online-Shop an.

Ricarda Engelsberger von Mein wunderbarer Hutsalon
Ricarda Engelsberger von Mein wunderbarer Hutsalon

Was hat dich zum wunderbaren Hutsalon inspiriert?

„Mein wunderbarer Hutsalon“ ist inspiriert von den Hutsalons wie es sie früher gab: Hüte aufputzen und umarbeiten lassen, nach (Bild)-Vorlage anfertigen lassen oder Hüte bei guter Beratung probieren – das ist eine besondere Welt, die mich fasziniert.

Vorbild ist der Hutsalon, in dem ich gelernt habe und meine Meisterin, die die vielen alten, tollen Techniken der Modisterei aus den 40er und 50er Jahren und ihr Fachwissen an mich weitergegeben hat.

Hutworkshop in "Mein wunderbarer Hutsalon"
Hutworkshop in „Mein wunderbarer Hutsalon“

 

Ganz knapp gefragt: Warum Vintage?

Vintage oder die Liebe zu vergangenen Zeiten ist eine Leidenschaft, die mich schon als Kind begleitete. Die 50er Jahre Singles meiner Mutter und die Mode aus dieser Zeit begeisterten mich und meine Eltern und Großeltern mussten sehr oft „von früher“ erzählen. Diese Begeisterung und meine Leidenschaft für kreatives Handwerk haben mich dann später dazu gebracht, dem Beruf der Modistin zu erlernen und mich mit Stil- und Kostümkunde der 20-er bis 50er Jahre zu beschäftigen.

Eines der Hutkunstwerke von Ricarda Engelsberger
Eines der Hutkunstwerke von Ricarda Engelsberger

 

Was sind deine Musthaves für die Dame von Welt und den mondänen Herren?

Neben dem Hut, der unser Outfit erst komplett macht, und den ich definitiv als Musthave für den stilvollen Vintage-Look bezeichnen möchte, sind Höflichkeit und gute Umgangsformen einfach unschlagbar schmückend und machen unwiderstehlich.

 

Was würdest du unseren Lesern gerne mitgeben?

Steht zu Euren kleinen Marotten und pflegt sie, sie machen Euch einzigartig. 🙂

Ein weiterer wundervoller Hut von Mein wunderbarer Hutsalon
Ein weiterer wundervoller Hut von Mein wunderbarer Hutsalon

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Bild ganz oben aus Ausgabe 18 des Vintage Flaneurs: by Miss Giggles, Model: Tanya Gouraige, Kleid: Stop Staring via Fruchthaus Berlin

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Ein Einlick in den Vintage Flaneur Ausgabe 19

Der neue Vintage Flaneur Ausgabe 19 bietet wieder alles, was das retroliebende Herz begehrt: Mode, Lifestyle, Rezepte, Do-it-yourselfs, Kultur. Der Vintage Flaneur Ausgabe 19  widmet sich dabei insbesondere den folgenden Themen:

  • „Großbritannien“ mit toller winterlicher Mode im angesagten British-Schick, einer mondänen Frisurenanleitung auch für Hutträgerinnen, Artikeln über London und Sherlock Holmes, großartigen Rezepten die auch der Queen munden würden und viel mehr
  • Wohliger Vintage Winter – Wellness für die kalte Jahreszeit, eine Anleitung für einen bezaubernden Schal oder der perfekte Tee
  • Elegante Weihnachten und glamouröses Silvester – mit festlicher Mode, die Sie zum Träumen bringen wird, einem romantischen Adventskalender zum Selbermachen, Hilfestellungen zum Planen einer retro-Festivität, einem Ausflug zum Silvesterpfad ins winterliche Wien.

Im folgenden finden Sie Auszüge aus dem Vintage Flaneur Ausgabe 19 und im Anschluss das komplette Inhaltsverzeichnis: Belohnen Sie sich selber oder Ihre Lieben mit dieser hinreißenden Ausgabe.

Sherlock Holmes
Sherlock Holmes – von Katja Geiler
Modestrecke im retro British Schick
Modestrecke British Schick – von Irrlicht Fotografie mit Jessels mobiler Frisörservice und Rose Delicate
Rezepte von Löffelei und Gabelgunst
Rezepte von Löffelei und Gabelgunst
Pflege-Produktempfehlungen von Daniela Zühlke/pinup-fashion/magazin
Pflege-Produktempfehlungen von Daniela Zühlke/pinup-fashion.de/magazin
DIY für einen Schal
DIY für einen Schal von Starangel
Winterliche Artikel und Weihnachtsmode - fotografiert von Jamari Lior, H&M: Little Shop of Beauty/Bonn, Models: Paula Walks und Teresa von Thèe
Winterliche Artikel und Weihnachtsmode – fotografiert von Jamari Lior, H&M: Little Shop of Beauty/Bonn, Models: Paula Walks und Teresa von Thèe
Glamouröse Silvestergarderobe - fotografiert von Jamari Lior, H&M: Little Shop of Beauty/Bonn, Models: Paula Walks und Teresa von Thèe
Glamouröse Silvestergarderobe – fotografiert von Jamari Lior, H&M: Little Shop of Beauty/Bonn, Models: Paula Walks und Teresa von Thèe
Ein DIY-Adventskalender und Tipps für Feste
Ein DIY-Adventskalender von Corazonisima und Tipps für Feste von Lili Fiore
Musik: Cool Cats
Musik: Cool Cats

 

Der Inhalt von Ausgabe 19:

Think-it-Yourself: Der Trost von Telefonzellen

Sherlock Holmes: Der Prototyp des Ermittlers

Mondäner British-Style für den Winter

Rückblick: Flaneur Bonn Vintage Weekend

Miss Vintage Flaneur 2016: Rose Delicate im Interview

Literaturhinweis: Best of British

Rezepte: Royal British Beauties

Ein kleiner London (Shopping) Guide

Frisurenanleitung: London Chic with Hat

Winterliche Wellness-Freuden

Do-It-Yourself: Hinreißender Schluppenschal für kalte Tage

Wärme im Wimter: Der perfekte Tee

Klassische Eleganz für Weihnachten und funkelnder Glamour für Silvester

Nostalgische Weihnachts-Inspirationen

Flanieren auf dem Wiener Silvesterpfad

Do-it-yourself: Der Bonbon-Adventskalender

Eine Feier geben ist nicht schwer… Tipps für ein gelungenes Vintage-Event

Wundervolle Geschenkideen für deine Lieben

Der Glanz am Ohr: Keine Angst vor Ohrschmuck

Miss Lovett: Alltagstauglicher Rockabilly Style

Bildband: US-Cars – Legenden mit Geschichte

Qualität und Leidenschaft: Fruchthaus Berlin

Musik: The Cool Cats und The Kölsch Cats

Lotte Tobisch: Die Grande Dame der Wiener Gesellschaft

London Edge: Wieder ein voller Erfolg

Ausstellungshinweis: Peter Gowland’s Girls*

Literaturtipp: Das Schmetterlingsmädchen

Miss Lovett: Alltagstauglicher Rockabilly-Style

Das neue Krimirätsel: Absinth auf Rezept?

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Vintageinspirierte Mode mit Gewissen: King Louie

Kleidung des Vintage Labels King Louie

Fragt man in der Redaktion des Vintage Flaneurs nach gut im Alltag tragbarer vintageinspirierter Mode, so kommt ganz sicher wie aus der Pistole geschossen die Antwort „King Louie“ – nicht umsonst, unser Frl. Dovermann setzt als „working Mum“ privat viel auf das niederländische Label. Richtig schön sind die Kleider noch dazu, wie das Cover der Ausgabe 16 des Vintage Flaneurs eindrucksvoll beweist. Was viele nicht kennen, ist die spannende Geschichte und die Ethik hinter diesem Unternehmen. Wir wollen sie Ihnen erzählen.

Die Geschichte des Vintagelabels King Louie

Schon 1981 gründen Ann Berlips und George Cramer (sie waren damals 22 und 26 Jahre alt) ihre Firma in Amsterdam. Als echte Vintagefans suchen sie Vintage Kleidung und verkaufen sie sehr erfolgreich auf dem Noordermarkt in Amsterdam. Dazu haben sie noch Nebenjobs und studieren beide. Ihr Konzept funktioniert so gut, dass der Kleidungsvorrat bald nicht mehr bei Ann auf den Dachboden passt. So eröffnen Ann und George 1983 ihren ersten Laden in Amsterdam und nennen ihn „Exota“, nach einer 50er-Jahre-Limonadenmarke. Sie verkaufen dort eine bunte Mischung aus Vintagekleidung, Second Hand-Stücken und eigenen Entwürfen.

Ihre selbstentworfene Kleidung kommen dabei so gut an, dass George und Ann ihr eigenes Label auf den Markt bringen wollen. Einen passenden Namen zu finden ist nicht so einfach, doch der Name von einer Vintage Bowling Shirt-Marke gefällt ihnen so gut, dass sie ihre Marke auch „King Louie“ nennen. Ein schwarzer Rollkragenpullover aus Baumwolle ist der erste Entwurf, der diesen Namen trägt. Solche Pullover wurden in den 80er Jahren, ganz „jazz“, zu einer Levi’s 501 und einem breiten Gürtel getragen – das war so modern, dass es einfach nicht genug „true vintage“ Rollkragen gab.

1987 richten die zwei bereits ihren eigenen Großhandel ein und damit beginnen auch andere Geschäfte mit dem Verkauf der King Louie-Kleidung. Das Sortiment wird einige Jahre später um die Kinderlinie Petit Louie erweitert – sie ist natürlich ebenfalls vintageinspiriert.

1992 zieht das Ladengeschäft „Exota“ um – der alte Laden ist inzwischen viel zu klein. Es geht in die Negen Straatjes, die sich zu einem der schönsten Einkaufsviertel von Amsterdam entwickeln. Und dort ist Exota auch heute noch dort zu finden. Und nicht nur mit einem Laden, denn auch dieser erste Shop bietet bald nicht mehr genug Platz für die wachsende Kollektion von King Louie. Deswegen eröffnet ein zweites Exota-Geschäft schräg gegenüber dem ersten.

Auch das Internet kommt mehr und mehr auf und King Louie bekommt 2008 seinen Online-Shop. Ganz im alten Stil werden Bestellungen aus diesem innerhalb von Amsterdam zu Beginn noch mit dem Transportfahrrad zugestellt. Und nicht nur hier besinnt sich King Louie auf alte Wurzeln: Bis heute – das heißt seit über 30 Jahren – ist King Louie immer noch jeden Montag und Samstag auf dem Noordermarkt in Amsterdam. (Lesen Sie unter dem Bild weiter…)

Aus der aktuellen Kollektion des Retro Modelabls King Louie
Aus der aktuellen Kollektion des Retro Modelabls King Louie

Nachhaltigkeit und soziales Engagement bei King Louie

Und so wächst King Louie bis heute. Es folgen weitere Kollektionen wie die Ledertaschenkollektion, Vintage-Sandalen oder Schmuck. Inzwischen gibt es das Label fast in ganz Europa zu kaufen. Einiges ist George und Ann aber bis heute wichtig und ändert sich sicher nicht: Sie wollen der Kleidung sowie den Herstellern und Mitarbeitern Beachtung schenken. Viele der heutigen Mitarbeiter sind schon von Anfang an bei King Louie tätig.

Zudem arbeitet das Label nur mit Herstellern zusammen, die gute Arbeitsbedingungen sicher gewährleisten. King Louie ist deswegen 2015 der „Fair Wear Foundation“ beigetreten. Dabei handelt es sich um eine unabhängigen Organisation, die sich für die stetige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Kleidungsindustrie einsetzt. Dazu kontrolliert die Foundation streng, dass die Produktionsstätten keine Kinderarbeit und keine übermäßig langen Arbeitszeiten zulassen und dass alle Mitarbeiter unter unbedenklichen und sicheren Umständen arbeiten. Bei Reisen in die Türkei und nach Asien überzeugt dich das Label jedes Jahr selbst von den Umständen. King Louies größter Lieferant, mit dem das Label schon seit über 20 Jahren zusammen arbeitet, ist ein Hersteller, dessen Inhaberin sich bereits seit Jahren für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzt.

In diese Richtung soll es auch weitergehen. 10 % der Kleidung von King Louie haben derzeit ein GOTS-Zertifikat (d.h. Global Organic Textile Standard). Das bedeutet, dass die Kleidung dank biologischer Fasern und entsprechender Produktionsverfahren hundertprozentig nachhaltig ist. Dazu kommen, ganz neu, Kleider aus recyceltem Polyester, die aus alten PET-Flaschen hergestellt werden. Beeindruckend, oder? (Lesen Sie unter dem Bild weiter…)

King Louie bietet Strickjacken in toller Qualität - Foto aus Ausgabe 16 by Vanessa Marie Fotografie, H&M Melanie Draeger, Model Julia Rockets, Rock via Fräulein Backfisch.
King Louie bietet Strickjacken in toller Qualität – Foto aus Ausgabe 16 by Vanessa Marie Fotografie, H&M Melanie Draeger, Model Julia Rockets, Rock via Fräulein Backfisch.

 

Des Vintage Flaneurs Meinung

Wir hatten das Glück, George bei einer Berlin Fashion Week über den Weg zu laufen – und so können wir aus dem Nähkästchen plaudern, dass er bei allem Erfolg ein sehr netter und umgänglicher Mann mit stilsicherem Auftreten ist. Dazu finden wir es vorbildlich, sich so sehr für bessere Bedingungen in der Modeindustrie einzusetzen. Dementsprechend legen wir Ihnen dieses farbenfrohe, vintageinspirierte Label mit ethischem Hintergrund und einer echten Geschichte gern und mit gutem Gewissen ans Herz. Und sollten Sie, liebe Leser, sich mal in Amsterdam aufhalten: Schauen Sie unbedingt in den Negen Straatjes und in den Exota-Läden vorbei, die Shops alleine bieten Ihnen schon viel Wundervolles. Aber dazu stimmt es, dass das ganze Viertel wunderschön ist und man dort Amsterdam von seiner schönsten Seite erlebt.

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Vintage Make-up Augenbrauen im Retro Stil

Ava Elderwood @The Elderwood Vintage Photography

viele Damen haben die Bedeutung von Augenbrauen gar nicht auf dem Schirm. Sie umrahmen das Gesicht, sind maßgeblich verantwortlich für unsere Mimik und beeinflussen die Formen unseres Gesichts. Kein Wunder also, dass sie eine Wissenschaft für sich sein und Damen wie Herren lange beschäftigen können. Einige Entscheidungen gilt es zu treffen: Möchte man sich explizit als Vintagedame an ein vergangenes Jahrzehnt anlehnen? Oder will man einfach natürliche und schöne Augenbrauen, die zum Gesicht passen? Oder (und das ist ja auch kein Verbrechen) mag man sogar die Dramatik die man erreichen kann, wenn man auf stark geschminkte Augenbrauen setzt? Wir haben im Folgenden einiges für Sie zum Thema zusammengetragen: Eine kleine Geschichte zur Augenbrauenform, Grundregeln (die man befolgen kann aber nicht muss), ein Videotutorial für natürlich schöne Augenbrauen und einen Hinweis zu tollen Produktneuheiten, die Benefit für Augenbrauen aller Art auf den Markt bringt – inklusive einer Verlosung. Weiteres zum Thema Augenbrauen finden Sie übrigens in unserer Ausgabe 6.

(Das Titelbild ist von The Elderwood Vintage Photography)

Kleine Geschichte der Augenbrauen

Über die Augenbraue der 1920er Jahre haben wir Ihnen in einem eigenen Artikel über das perfekte 20er Jahre Makeup bereits berichtet. In eine Zeit, in der Frauen vornehmlich auf natürliche Schönheit setzten, kam die Ära der Fotografie und der Filme, was das Schönheitsideal vieler Frauen hin zu einem dramatischen Makeup veränderte. So wurde ab den 1920er Jahren die Augenbraue gern als langer dünner Bogen getragen und zu diesem Zwecke sehr radikal gezupft oder sogar abrasiert und nachgezogen. Die Braue war, ob sehr schmal oder etwas breiter, gleichmäßig dick. Oft wurde ein hoher Ansatz innen genutzt und die Braue dafür weit nach außen und unten gezogen, um Sehnsucht in den Blick zu bekommen.

In den 1930er Jahren tat sich an der Brauenform nicht sehr viel, die Brauen wurden immer noch gleichmäßigh dick und gerne lang und dünn getragen. Allerdings wurde sie nach hinten nicht mehr so weit nach unten gezogen, der Blick wurde wieder etwas geöffnet und immer häufiger wurde ein Bogen gezogen, der dann nach hinten unten schmal auslief.

1940 wurden die Augenbrauen natürlicher, es wurde wieder weniger gezupft, gerade nur um eine klare Linie zu bekommen. Wirklich verändert wurden die Augenbrauen nur, wenn sie sehr unruhig waren. Allerdings wurden sie etwas runder gehalten als die natürlichen Augenbrauen. Innen waren sie dicker bis zum Bogen, dann schmal auslaufend. Wo die Ladies vorher gerne zum Augenbrauenstift griffen kamen nun mehr Öl oder Vaseline zum Einsatz um die Brauen zu formen, oder etwas Mascara zum Färben.

1950 waren Augenbrauen sehr unterschiedlich, das jedoch auch, weil die hier entsehende bis heute geltende „perfekte Braue“ sich an der natürlichen Braue der Frauen orientierte. Grundsätzlich wurde gern nur unter der Braue gezupft, nicht darüber. Es manifestierte sich die gleich erläuterte „Grundregel“.

1960 wurde weniger Wert auf Augenbrauen als auf Eyeliner und Lidschatten gelegt, die Brauen wurden natürlich und rund gehalten.

Grundregel für Augenbrauen

Es gibt eine grundsätzliche Hilfestellung, die einem beim Formen der Augenbraue helfen kann – wie immer ist dies eine Richtlinie, an die man sich nicht sklavisch halten muss, die einem aber nützlich sein kann. Es hilft, sich einen Pinsel oder einen Stift zur Hilfe zu nehmen. Vom Nasenflügel gerade nach oben kann die Braue starten. Von Nasenflügel über die geradeaus blickende Pupille kann man den höchsten Punkt der Braue ansetzen. Vom Nasenflügel über den äußeren Augenwinkel endet die Braue. Einfach, oder nicht?Regel zum Formen der Augenbraue

 

 

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Vintage-Trip durch München

wir waren 2 sehr schöne Tage zu Besuch in München. Und wir hatten das Glück, gleich drei Münchnerinnen zu haben, die uns gezeigt haben, wie viel Vintage diese Stadt zu bieten hat: Tanja zur Mühlen vom Online Vintage-Schmuck-Laden wunder-same-vintage.de, Showgirl, Schauspielerin und Burlesque-Lehrerin Sandy Beach und Patricia vom Retro Plussize-Laden Rebel Curves haben uns eine kleine Führung gegeben. Wir zeigen Ihnen, wo es uns hin verschlagen hat – und sammeln dazu weitere Tipps (denn in der kurzen Zeit haben wir nur einen kleinen Teil schaffen können). Schreiben Sie uns einen Kommentar wenn etwas fehlt, damit Besucher wie wir eine gute Übersicht haben!

Retro-Cafés und Restaurants in München

Cafe Cord – im Café Cord waren wir Mittagessen – ein klares schlichtes 60s Ambiente und gutes Essen. – Sonnenstr. 19

Wir machen Cupcakes – ist ein winziger ganz bezaubernder Miniladen mit leckeren Cupcakes. – Utzschneiderstrasse 12

Vintage Cupcakeladen in München
Cupcakeladen in München: Wir machen Cupcakes

Café Lotti: Romantischer Shabby Chique – Schleißheimer Str. 13

Hoover&Floyd: Kuchen und Essen im grandiosen Ambiente der 20er und 30er Jahre – Ickstattstraße 2, 80469

Café Jasmin: Traditionsreiches Café in originalgetreuem Stil – Steinheilstraße 20

Barroom: Charmante und intime Bar mit Belle-Époque-Flair, wo der Inhaber persönlich die Cocktails kreiert und mixt.Milchstraße 17

Café Fräulein: Café im Shabby Chique Stil, bekannt für seine Zimtschnecken – Frauenstraße 11

Der verrückte Eismacher: … macht unglaublich verrücktes Eis! – Amalienstraße 77

Kongress Bar: Cocktailbar im Stil der 50er Jahre Theresienhöhe 15

Vintage und Retro Shops

Alexa’s – ist einer der ältesten Vintage Läden in München und absoluter Kult. Seit über 30 Jahren verkauft Alexa True Vintage Mode gemischt mit ein wenig Repros. – Utzschneiderstraße 10

Alexas ist der älteste Vintage Laden Münchens
Der Vintage Flaneur zu Besuch bei Alexa

Maison Chi Chi – Die bezaubernde Chi Chi Bouvet führt mit ihrem Maison Chi Chi einen wunderschönen Vintageladen mit hochwertiger und eleganter Repro-Mode. – Baaderstraße 64

Der Vintage Flaneur beim Retroladen Maison ChiChi in München
Der Vintage Flaneur beim Retroladen Maison ChiChi

Cat with a hat – ein True-Vintage-True-Munich-Laden mit Münchner Originalen – Baaderstraße 53

Cat with a Hat: True Vintage in München
Cat with a Hat: True Vintage in München

Tricia Leonard VintageTrue Vintage Laden in München mit besonders schönem Schmuck. – Baaderstraße 53

Fräulein HeleneHochwertige Damenmode mit VintageflairRumfordstr. 45

Vintage Love – Vintage Love legt großen Wert auf Exklusivität und Einzigartigkeit, daher findet man dort selten ein Teil zweimal. – Frauenstraße 22, 80469 München

Gross Real Wear: Ein spannendes Konzept von hochwertiger Retro-Mode bis Skaterkleidung – Ledererstraße 2

Der Gürtelmacher Thomas W. Beckert – Hier liegen Genie und Wahnsinn eng beieinander –  Sendlinger Str. 49

Cove & Co – Maßanzüge und feine Trachten beim Traditionsmaßschneider – Josephspitalstraße 6

Cove & Co, Maßschneiderei in München
Cove & Co, Maßschneiderei

Hammer und Nagel – Eine echte Werkstatt für Maniküre & Pediküre für Männer, unbedingt ansehen! – Blumenstraße 3

Pomade Shop – weithin bekannter Shop für Pomade, Haar- und Bartpflege – Blumenstraße 3

Gerdismann – kultiger SecondHand-Laden –  Fraunhoferstraße 9 & Barerstr. 74

Ralf’s Fine Garments Seeker for Seekers – ausgewählte Marken und Produkte für Männer, die auf der Suche nach dem Besonderen sind – Fraunhoferstraße 29

Statement Denim Store – Coole Mode für Männer die das Besondere schätzen – Fraunhoferstraße 8

 

Andere Arten von verrückten Läden im Vintage Stil

Omas Köstlichkeiten – Kleiner Laden voll mit Schokolade, Tee, Marmelade und Retro-Geschenkartikeln – Sendlinger Str. 49

Sams & Son -Die coolste Schatzkammer an Antiquitäten die ihr euch vorstellen könnt –  Fraunhoferstraße 23

Szenedrinks & Delikatessen – Klasse statt Masse auch auf dem Tisch – Baaderstraße 66

Hot Wollé – Nur ein Wollladen? Nein, geführt von Petra Perle, einem Urgestein der Münchener Künstlerszene wird es ein Abenteuer – Müllerstr. 50

Haben will – Wundervoller Antiquitätenladen – Fraunhoferstr. 41

Vintage Dance Studio – Alles Vintage, oder was? Steptanz, Burlesque, Charleston, Clogging, Cancan, Vintage Jazz u.v.m. – Maillingerstraße 6

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Josephine Baker – Tänzerin, Showgirl, Stilikone

Josephine Baker by Lucien Walery

in Ausgabe 15 unseres Vintage Flaneurs erzählte uns Neo-Swing-Musikstar Alice Francis im Interview, dass Josephine Baker eines ihrer großen Vorbilder war. Und da Josephine Baker auch für uns eine der größten Stilikonen war, wollten wir uns einen Text zu ihren Ehren nicht nehmen lassen:

„Schönheit ist eine Frage des Glücks. Ich wurde mit schönen Beinen geboren. Was den Rest angeht: Schön? Nein. Unterhaltsam? Ja!“

Josephine Baker war eine Tänzerin und Stilikone,

die sich in den 20er-Jahren auf dem Höhepunkt ihrer beispiellosen Karriere befand.

Die dunkelhäutige Baker wurde am 3. Juni 1906 als Freda Josephine Baker in St. Louis, Missouri in ärmlichen Verhältnissen geboren. Mit 15 Jahren heiratete sie bereits in zweiter Ehe und behielt auch nach der Trennung den Nachnamen ihres Ehemanns Willie Baker.

Schon früh zeigte die junge Josephine ein Talent fürs Tanzen. Nach einigen Komparsenauftritten tanzte sie mit 16 Jahren bereits für ein Theater in Philadelphia, zog anschließend nach New York. Dort trat sie in mehreren Shows auf und ergatterte schließlich auch Engagements in Europa. 1925 stand sie für „La Revue Nègre“ in Paris auf der Bühne und begeisterte dort das Publikum mit dem Charleston. Die Revue wurde auch in Brüssel und Berlin aufgeführt und machte Baker so europaweit bekannt. In der anschließend aufgeführten Show „La Folie du Jour“ tanzte sie wild in einem Bananenröckchen – es sollte ihr berühmtestes Outfit werden. In anderen Städten wurden Bakers Auftritte aufgrund ihrer freizügigen Kostüme jedoch verboten.

Schnell wurde Josephine Baker dank ihrer aufsehenerregenden, unterhaltsamen Auftritte zu einem der bekanntesten Stars und zur bestbezahlten Entertainerin in Europa. Für das europäische Publikum war die dunkelhäutige, knapp bekleidete Schönheit, die so wild und exotisch tanzte, etwas völlig Neues. Auch andere Berühmtheiten wie Pablo Picasso und Ernest Hemingway verehrten sie, namhafte Modeschöpfer sendeten ihr maßgeschneiderte Kleider. Joesphine Baker gab der Mode des Art Déco einen wilden Touch, trug neben Flapper-Outfits viel Schmuck, Pelz oder Federn und ausgefallene Kopfbedeckungen. Auch ihr ausschweifender

Lebensstil sorgte für Furore, etwa wenn sie sich in ihrem luxuriösen Auto durch Paris fahren ließ oder sich mit ihrem Haustier, einem Gepard mit Diamanthalsband, auftrat. Baker wurde für die Damen Frankreichs zur umschwärmten Stilikone; sie frisierten und kleideten sich wie die Tänzerin, kauften für ihre Töchter Josephine-Baker-Puppen und bewunderten die Amerikanerin für ihre Emanzipation.

1927 heiratete Baker einen sizilianischen Steinmetz und trug fortan als erste Afroamerikanerin einen europäischen Adelstitel. Da diese Ehe ebenfalls kinderlos blieb, adoptierte sie zahlreiche Kinder unterschiedlicher Hautfarbe und Kultur.

In den 20er- und 30er-Jahren war Josephine Baker auch als Sängerin tätig, spielte in Filmen mit und festigte ihren Status als talentierte Entertainerin. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, trat sie nicht nur vor französischen Truppen auf, sondern engagierte sich auch für das Rote Kreuz und arbeitete für die Widerstandsbewegung und den Geheimdienst. Ebenso unterstützte die Tänzerin, der bei ihren Auftritten in den USA offenkundiger Rassismus entgegenschlug, später die dortige Civil-Rights-Bewegung.

Am 12. April 1975 starb Josephine Baker an einer Hirnblutung. Sie wurde in Frankreich als erste US-Amerikanerin mit militärischen Ehren beerdigt.

Weitere Bilder mit Josephine Baker

wikipedia zu Josephine Baker

Text: fashionpress.de

Foto: Lucien Walery

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Damsel & Squire: Klassische Eleganz und cooler Retro-Glamour

Hoffnungsvolles neues Blut will die Vintage Welt erobern: Damsel & Squire heißt das frische Label und zeigt bezaubernde Mode für Damen und auch für Herren. Uns beantworteten Sie einige Fragen.

Mode des Vintage Labels Damsel & Squire

Bitte beschreibt uns kurz euer Label „Damsel & Squire“:

Wir, Robert und Nicole Pyne, haben uns getraut den Schritt zu wagen und ein familiengeführtes Modeunternehmen gegründet.

Das Modelabel „Damsel & Squire“ (zu deutsch: Fräulein und Kavalier) kombiniert klassische Eleganz und coolen Retro-Glamour zu lässiger Mondänität. Es sind sowohl alltagstaugliche Outfits, wie auch Abendmode in der Kollektion inbegriffen.

Die Kollektion ist von traditionellen, wie ikonischen Designs aus England und Deutschland, wie auch Stoffen inspiriert – vom Aran-Woll-Pullover bis zum Harris Tweed. Ihren handwerklich anspruchsvollen Charakter erhält die Kleidung durch zarte Details wie von Hand gehäkelte Spitzenelemente, die in Kragen und Ärmel eingearbeitet sind oder bestickte Cardigans, die ebenfalls von Hand gestrickt sind. Wir wollen eine gute Kreuzung zwischen dem „Guten Alten“ und dem understated „Rock’n Roll“ schaffen.

Die Frühjahrs- und Sommer-Kollektion 2016 ist gekennzeichnet durch eine starke Formgebung und Proportionierung: Ausgestellte Röcke werden mit schmal geschnittenen Tops, kurzen Jacken und schlank geschnittenen Blusen kombiniert. Für den „Squire“ gibt es einen Drei-Teiler mit klassischer Weste, Dreiknopf Jacket und dezenter Bundfaltenhose. Die Formgebung ist inspiriert von den 40s bis hin zu den 60s. Wir wollen keinen klaren Era-Stempel und finden Era-Hopping gut, da man aus jeder vergangenen Zeit etwas Schönes schöpfen kann. Wir konzentrieren uns auf das weite Feld der 40er bis 70er. Eine Zeit in der Krieg, Wiederaufbau, Revolutionäre Musikalische Entwicklungen, Emanzipation und auch Kunst – und Kultur viele verschiedene Facetten hatten. Dieses spiegelt sich auch in der interessanten Kleidung wieder. Nicht umsonst wird diese immer wieder stilistisch zitiert und kopiert.

Was hat euch zu „Damsel & Squire” inspiriert?

Vintage und Retro Fashion vo Damsel & SquireNicole: Robert ist stark verankert in der Mod-Szene in London und Brighton durch seinen Job als Bassist für „The Rifles“ und sucht für seine Bühnenauftritte immer wieder etwas, was besonders ist. Er hat viele Ideen für neue Herrendesigns, die ich dann für ihn zeichnen und verwirklichen darf. Die Mod-Szene ist sehr anspruchsvoll und die Herren achten sehr stark auf Passformen und ihre Frisuren. Komischerweise ist der Mod-Trend nicht so stark in der Damenwelt und/oder in Deutschland vertreten. Vielleicht weil es viel mehr gute 60s inspirierte Herrenlabel gibt und es ein ziemlich englischer Trend war. Wer weiss.  Wir dachten da fehlt etwas im Angebot für die Damen, da ich selbst gerne 60s Kleidchen trage. Unsere nächste Kollektion wird sich stark mit dieser Thematik befassen. Wir haben außerdem in London zusammen Swing Dancing Kurse besucht und haben immer gedacht, wie schön es wäre, wenn man ein schönes Partneroutfit zum tanzen tragen könnte, das nicht kitschig oder lächerlich aussieht sondern für sich selbst als einzelnes Outfit steht aber trotzdem unauffällig zusammen passt. Wir versuchen in unseren Kollektionen Herren und Damenkollektionen zu entwickeln, die miteinander funktionieren.

Des Weiteren wäre da meine berufliche Vergangenheit beim Londoner vintage Label „Collectif“ als Kreativdirektorin zu arbeiten und mein Entrepreneur-Geist. Das hat sicher auch dazu beigetragen, dass wir beide gesagt haben „Jetzt oder Nie!“. Wir haben außerdem den moralischen Aspekt stark berücksichtigt, da ich viel Erfahrung mit der Produktion im fernen Osten habe und diese Arbeitsweise mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren konnte. Aus der jetzigen Produktion kenne ich jede/n Näher/in persönlich und weiss, dass alle in guten Verhältnissen mit fairer Bezahlung arbeiten. Auch die Materialien sind von Herstellern aus Europa, da man genau nachverfolgen kann wo jede einzelne Faser genau her kommt. Ich kann außerdem garantieren, dass keine schädlichen Chemikalien in unseren Stoffen.

Ganz knapp gefragt: Warum Vintage?

Abendgarderobe von Damsel & SquireNicole: Robert und ich leben Vintage, wir lieben beide die Musik der vergangenen Jahre, das Interior, Instrumente, Kleidung, wir versetzen uns gerne in das Lebensgefühl und hätten am liebsten selbst am Woodstock teilgenommen. Ich habe eine Sammlung an Vintage Kleidern aus allen Eras kreuz und quer. Robert hätte gerne an den geheimen Parties während der Prohibition in Amerika teilgenommen. Er ist zudem ein großer Elvis-fan und hätte alles dafür getan mal ein Konzert von ihm gesehen zu haben. Ich hätte viel lieber mit den Rolling Stones oder Led Zeppelin in deren besten Zeiten meine Mähne geschüttelt oder wäre gerne zu den Beatles ohnmächtig geworden. Ich hätte gerne ein Wörtchen mit Coco Chanel gewechselt oder high tea mit Mr. Selfridge genossen. Wie schon gesagt, jede Era hat ihre attraktiven Künstler, Musiker oder Modeerscheinungen. Es gab Dynamische politische Entwicklungen. Es war nicht alles auf Bequemlichkeit und Schnelligkeit ausgelegt, wie heute. Die Pop-Industrie schafft heute unserer Meinung leider (so gut wie) nichts mehr, was man ohne darüber nachzudenken auch noch beim 100sten hören gut findet. Wir vermissen den guten Geschmack und die Wertigkeit in der Bekleidung und in der Musik die man heute hört. Man schätzt den Anzug oder das Kleid nicht mehr so sehr. Nur die selteneren Herren sparen für einen maßgeschneiderten Anzug. Maßschneiderei ist bis auf die Saville Row etwas, das man im Alltag nicht antrifft. Wir bieten Maßschneiderei an. Jeder Körper ist individuell und die Standardisierung der Größen, wie schnelle Geschwindigkeit in der Mode machen uns einfach nostalgisch. Wir wollen mit unserem Label einfach etwas Besonderes anbieten mit Stoffen, die von Traditionsunternehmen hergestellt werden. Wir wollen dass man mit der Qualität, die wir anbieten, das gute Stück ab und zu mal aus dem Schrank hervor holt und die Sorgfalt, die in unserem Produkt steckt zu schätzen weiss. So wie Früher eben.

Was sind eure Musthaves für die Dame von Welt und den mondänen Herren?

Vintage Mode kann auch Alltagstauglich seinRobert: Für den mondänen Herren darf der Pollunder, die Strickkrawatte, wie auch das Einstecktuch nicht fehlen. Jeder Herr sollte sowohl schöne Budapester, wie auch Loafer besitzen. Wir freuen uns immer, wenn wir einen gut sitzenden Anzug sehen, auch diesen sollte ein Herr für den großen Anlaß bereit haben.Bei der Dame von Welt darf keine Pussy–Bow-Bluse im Kleiderschrank fehlen. Der klassische Bleistiftrock und dazu schlichte Loafer in Kombination mit einem Twin-Set fürs Büro. Wir finden auch, dass man als Dame unbedingt einen Tellerrock zum tanzen besitzen sollte. Ein schönes Seidentuch und der klassische Trench dürfen auch nicht fehlen. Zur Abrundung sollte man auf jeden Fall noch eine Fransenjacke für den Rock’n Roll-Faktor besitzen, Dame oder Herr.

Was würdet ihr unseren Lesern gerne mitgeben?

Robert: Liebe Leser haltet Ausschau nach unserer nächsten Kollektion! Wir freuen uns über ein größeres Following bei unseren Social Media Plattformen. Wir sind sowohl bei Instagram, Twitter und Facebook, wie auch mit einem eigenen Blog auf WordPress vertreten. Man kann unser aktuelles Lookbook für den Frühling und Sommer 2016 auf unserer Webseite www.damselandsquire.com herunter laden.

Wir stehen gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Wir werden bald mit einem sehr bekannten Vintage Label in Kollaboration treten. Auch diesbezüglich die Augen offen halten!

Also lebt und geniesst ohne zu hetzen. Unterstützt unabhängige Unternehmen, wie den Vintage Flaneur und uns, weiterhin. Wir hoffen, bis bald!

 

Euer Rob und Nicole.

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Daphne & Josephine: Vintage Stil, Kultur und Musik

Wussten Sie.. dass es eine Art Liga der Hundeliebhaber unter den Vintage Labels und Läden gibt? Wir gehören dazu, immerhin ziert Redaktionshund Finchen von Anfang an unser Logo. Und so ist es auch bei Daphne & Josephine: Dieses Projekt trägt den Namen zweier hinreißender Mopsdamen. Doch auch abgesehen davon ist Daphne & Josephine ein bemerkenswerter Laden mit liebevollen und tiefsinnigen Hintergedanken. Davon können auch Sie sich in unseren 5 Fragen überzeugen.

Diese Mopsdamen sind die Namensgerberinnen des Vintage Ladens Daphne & Josephine
Diese Mopsdamen sind die Namensgerberinnen des Vintage Ladens Daphne & Josephine

Beschreibt uns kurz euren Vintage-Laden Daphne & Josephine

Die Kettners haben den Vintage-Laden Daphne & Josephine gegründet
Das Ehepaar Kettner steckt hinter dem überzeugenden Retro-Gesamtkonzept

Das Projekt „Daphne&Josephine“ von Daniela und Claus-Peter Kettner ist eine Plattform für Stil, Kultur und Musik der 1920er bis 1950er Jahre. Der Laden in der Hüxstraße 124 in Lübeck steht vor allem für die Mode und den Lifestyle dieser Epoche. Bekleidung und Accessoires für Damen und Herren, Originale und Stücke im Retrolook werden ergänzt durch die Entwicklung und das Design eigener Bekleidungs –und Schuhmodelle unter dem Label „Brilliant Thieves“. Ein Klavier im Laden? Diverse Veranstaltungen bilden den kulturellen und musikalischen Teil des Projektes, After Work Events mit Live-Musik bilden allmonatlich den Schwerpunkt unterschiedlicher Veranstaltungen mit den Themen Musik und Tanz der 1920er bis 1950er Jahre , der Prohibitionsball „The Great Gatsby“ und ein alljährlicher „Swing in den Mai“ in stilechten Locations mit tollem Ambiente runden die „Vision“ Daphne & Josephine ab, eine Vintage-Gesamtprojekt eben…

 

Was hat euch zu Daphne & Josephine inspiriert?

Schuhe des Retrolabels Daphne und Josephine
Solche wundervolle Schuhe werden bei Daphne & Josephine hergestellt und verkauft

Das Konzept Daphne & Josephine basiert auf einer 2-stündigen Wartezeit der Eheleute Kettner auf dem Wiener Flughafen, der zunehmenden Flugangst des Familienvorstandes und dem gesamten Vorrat an Grand Marnier in der Bar in der Abflughalle. Inspiration?

Tonfilmschlager, Swingmusik, Tanz, Glamour der 1920er bis in die Zeit des Rock’n Roll, eine Möglichkeit alles zu vereinbaren, alles anzubieten und diesen Lifestyle mit Anderen teilen zu können – was passt da besser als eine Location, ein Laden, der alles unter einen Hut (!) bringt. Als Basis ein kleines, schönes Vintage Bekleidungslädchen. Idee geboren! Name?

„Some Like It Hot“, „Manche mögen’s heiss“, wer erinnert sich nicht gerne an den Klassiker von Billy Wilder mit der unvergessenen Stilikone Marilyn Monroe und den großartigen Jack Lemmon und Tony Curtis als….genau: Daphne & Josephine, die fraugewordene Bassgeige und das Saxophon, ein Arbeitstitel war schnell gefunden und war gleich der endgültigen Namensgebung. Welche Namen die beiden Möpse haben, die tagtäglich die Aktivitäten im Laden vom roten Sofa aus betrachten, versteht sich doch dann von selbst.

 

Ganz knapp gerfragt: Warum Vintage?

Prohibitionsball
Eindrücke vom Prohibitionsball

Alles kommt und geht, verändert sich, passt sich an, in der Musik wie in der Mode. „Vintage“ ist für uns die Übertragung einer Zeit, eines Lebensgefühls früherer Epochen in die heutige Zeit. Das Daphne & Josephine sich für die Epoche der 1920er-1950er Jahre entschieden hat, liegt wohl in der Hauptsache daran, dass insbesondere die Mode dieser Zeit eine unschlagbare Präsenz von Eleganz und Erotik vorweisen kann, für die Dame ebenso wie für die meisten der Herren, die in dieser Zeit scheinbar die Affinität zu kulturellem und modischen Flair noch nicht verloren hatten.

 

Was ist euer Musthave für die Dame von Welt und den mondänen Herren?

Das Retro-Label Brilliant Thieves
Das Retro-Label Brilliant Thieves

Für die Dame und den Herren sind es die (modischen) Grundsätze die heute wie damals gelten: Ein Selbstbewusstsein, Dinge die gefallen, zu präsentieren und sich damit zu identifizieren ohne zu belehren. Gerne aber auch Anregungen zu geben und doch Toleranz gegenüber Andersdenkenden zu zeigen.

Das zeigt sich bei der Dame in der Präsentation ihres Outfits: Strümpfe, Kleider, schöne Schuhe. Zurückhaltend aber mit der nötigen Chuzpe zu zeigen, dass man auch mal ohne eine angepasste Alltagsuniform aus Jeans und Sweater den Alltag bestreiten kann. Musthave hier: Entsprechend der Körpermaße die Kleidungsart wählen, Flapperkleid steht nicht jeder Dame 😉

Den Herren wird’s nicht leicht gemacht, Mondänität (gibt es den Begriff als Substantiv überhaupt?) auszuleben. Gute Angebote des Marktes sind oft rar, Hemd und Weste geht aber immer. Kopfbedeckungen werden wieder toleriert und gut getrimmte Bärte jeder Art beliebt. Musthave hier: gehobenes Schuhwerk, bitte auch hinten putzen 😉 und es gilt wie eh und jeh: „After six only black“.

 

Was würdet ihr unseren Lesern gerne mitgeben?

Liebe Kundinnen und Kunden: Sollten Sie als noch nicht Retrobegeisterte oder modeenthusiastisch Veranlagte der Versuchung nicht widerstehen können und einen „Vintage-Laden“ besuchen, der von seinen Besitzern mit viel Herzblut, Motivation, Liebe zum Detail und unendlich viel Zeit eingerichtet und geführt wird, empfehlen wir, von gewissen alltägliche Redewendung temporär Abstand zu nehmen. Hier die Liste der TOP 5 „NoGos“ bei Besuchen in Vintage (Bekleidungs)läden:

  1. „Hach Gott ist das witzig hier!“
  2. „Ich will mich aber nicht verkleiden!“
  3. „Wann soll ich DAS denn anziehen?“
  4. „Das sieht ja aus wie von meiner Oma!“
  5. „Sind die Originalstücke aus den 1920ern Second Hand?“

(Die Vintage Flaneur Redaktion möchte noch „Gibt’s das auch in einer anderen Größe?“ hinzufügen)

Lassen Sie die Atmosphäre einer anderen Zeit auf sich wirken. Wir können dabei helfen.

Während des Prohibitionsballes wird Alkohol ausgeschenkt.

Wir geben auch Swingtanzkurse.

Es gibt auch Gestreiftes. (Vielen Dank, Vico von Bülow)

Liebe Grüße von Daphne & Josephine

 

Daphne & Josephine online

Sie finden den Laden von Daphne & Josephine

Hüxstraße 124 23552 Lübeck

Mo-Fr: 14.30-19.00 Uhr, Sa: 11.00-15.00 Uhr

 

HABEN AUCH SIE LIEBLINGSSÄTZE IN VINTAGE LÄDEN?