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Vintage Weihnachten – Weihnachtsbräuche und -symbole

Vintage Weihnachten - Bräuche und Symbole

Weihnachten – das ist ein überaus verheißungsvolles Wort! Jeder von uns verbindet mit der Vorweihnachts- und Festtagszeit sicherlich ganz spezielle Erinnerungen aus Kindertagen. Für die meisten von uns gehört der Duft von Plätzchen in die Adventszeit, ebenso wie Kerzenschein und Zeit mit der Familie. Unvorstellbar außerdem: Ein Weihnachten ohne den lichtgeschmückten Weihnachtsbaum und das oft üppige Festtagsessen.

Um ein richtiges Vintage Weihnachten zu feiern, ist mehr nötig als das perfekte retro Styling für sie und ihn oder true vintage Christbaumkugeln. Weihnachten bedeutet vor allem Zeit für Familie und hat viel mit Tradition und Brauchtum zu tun. Für einige Familien gehört es z.B. bis heute zum Heiligen Abend, in die traditionelle Christmette zu gehen und manche stellen noch immer, wie schon ihre Eltern und Großeltern, eine Weihnachtskrippe in ihrem Wohnzimmer auf.  Eine gute Gelegenheit, den Bräuchen und Symbolen der Adventszeit und der Weihnachtstage einmal auf den Grund zu gehen!

Vorweihnachtszeit – Wann kommt endlich das Christkind?

Zur Vorweihnachtszeit gehört ganz klar der Adventskranz. Mit jedem Adventssonntag wird eine weitere der vier Kerzen entzündet bis das Weihnachtsfest endlich vor er Tür steht. Der Adventskranz geht dabei auf den Hamburger Erzieher Johann Hinrich Wichern zurück, der 1839 für die Kinder in seinem Haus einen Holzkranz mit 23 Kerzen baute. An jedem neuen Morgen durfte eine weitere Kerze angezündet werden. Unser heutiger Adventskranz aus Tannengrün ist eine vereinfachte Version dieses Holzkranzes und hat zog erst um 1900 in jeden weihnachtlich gestimmten Haushalt ein.

Auch der bei Kindern wie Erwachsenen so beliebte Adventskalender gehört in die Vorweihnachtszeit. Bis zum Heiligabend darf jeden Tag ein neues Türchen geöffnet werden. Dabei gibt es den Adventskalender tatsächlich noch gar nicht so lange: Die fabelhafte Idee hatte ein Unternehmer aus München im Jahr 1903: er druckte einen Kalender mit 24 Feldern, auf den Kinder zunächst bunte Bilder kleben konnten. Die Idee, hinter den Zahlen und Türchen Schokolade oder andere Süßigkeiten zu verstecken, entwickelte sich sogar noch sehr viel später.

Vintage Weihnachten - Bräuche und Symbole
Fotos aus Ausgabe 19: Fotografie und Bearbeitung: Jamari Lior, H&M: Christina vom Little Shop of Beauty in Bonn, Model: Paula Walks.

O Tannenbaum – Der Weihnachtsbaum

Zum Weihnachtsfest gehört hierzulande ein passender Baum, d.h. eine schöne, dunkelgrüne Tanne, die dann mit allerlei Glaskugeln, Figuren, Strohsternen, Kerzen und wahlweise ganz viel Lametta behangen wird.

Schon im Mittelalter galten grüne Zweige in der Winterzeit als Hoffnungsträger, sie standen für neues Leben und so hängte man Misteln, Tannen- und Eibenzweige auf, um damit in der kalten Weihnachtszeit das Leben zu feiern und böse Geister fern zu halten.

 

Im Mittelalter wurde das Weihnachtsfest übrigens öffentlich gefeiert: dazu gehörten schon damals Weihnachtsmärkte, Festumzüge auf den Straßen und Krippenspiele in den Kirchen. Die meisten Weihnachtsbäume wurden öffentlich auf großen Plätzen aufgestellt, ganz ähnlich wie die Maibäume und sie hießen dementsprechend auch Weihnachtsmaien.

Einer der ersten erwähnten Weihnachtsbäume stand 1419 im Freiburger Heilig-Geist Spital. Er war nicht wie heute üblich mit Glasschmuck und Kerzen versehen, sondern wurde mit Lebkuchen, Äpfeln und Nüssen behängt, die dann am Neujahrstag geplündert werden durften.

Erst mit der Aufklärung, in deren Kontext die teils bis ins Mittelalter zurückreichenden Bräuche als Aberglauben bekämpft wurden, hielt das Weihnachtsfest in die immer wichtiger werdende Familie und den geschützten Privatraum Einzug und so fand auch der Weihnachtsbaum allmählich seinen Weg in die Wohnzimmer, zunächst allerdings vornehmlich in protestantischen Familien. Für Katholiken war weiterhin die Weihnachtskrippe die wichtigste Requisite der Weihnachtszeit.

Es glitzert und funkelt – Der Christbaumschmuck

Für viele von uns gehören Lichter an den Weihnachtsbaum und wahrscheinlich kennt jeder von uns einige Verfechter der Tradition, nur echte Kerzen an den Baum zu stecken und die Lichterketten mit Nicht-Achtung zu strafen. Die Tradition, den Weihnachtsbaum, mit Kerzen zu schmücken, ist übrigens noch gar nicht so alt. Erst im 19. Jahrhundert und mit den Stoffen Stearin und Paraffin brachte das Kerzenlicht weihnachtliches Leuchten in die Haushalte und an den Tannenbaum.

Ebenso verhält es sich mit den gläsernen Christbaumkugeln, im 18. Jahrhundert behängte man die sogenannten Zuckerbäume noch mit Süßigkeiten, Äpfeln und Nüssen, die gerne auch schon vergoldet sein durften. Wann genau dann die große Produktion der gläsernen Weihnachtsbaumkugeln einsetzte, kann offenbar nicht mehr mit Sicherheit zurückverfolgt werden. Es existiert z.B. die Geschichte, dass sich im Jahr 1847 einer der traditionellen Glasbläser in Lauscha die schönen Äpfel und Nüsse für den Baum nicht leisten konnte und sich den Baumschmuck daher selbst aus Glas anfertigte. Belegbar dagegen ist, dass 1848 in Lauscha ein erster Auftrag über sechs Dutzend Glaskugeln aufgegeben wurde.

Vintage Weihnachten - Bräuche und Symbole
Fotos aus Ausgabe 19: Fotografie und Bearbeitung: Jamari Lior, H&M: Christina vom Little Shop of Beauty in Bonn, Models: Teresa von Thée & Paula Walks.

Christkind, Santa Claus & Co

Am 24. Dezember hat all das Warten dann endlich ein Ende: an Heiligabend kommt das Christkind (oder in vielen Familien inzwischen der Weihnachtsmann) und legt die Geschenke unter den festlich geschmückten Tannenbaum. Doch das ist nicht überall der Fall: In den Niederlanden dagegen ist nicht der 24. Dezember der höchste Weihnachtstag, sondern der Nikolaustag und damit der 6. Dezember. In Großbritannien, den USA und Australien bringt Santa Claus oder Father Christmas die Geschenke durch die Schornsteine in die Häuser und die Bescherung folgt erst am Morgen des 25. Dezembers.

Abseits von diesen inzwischen schon allseits bekannten Figuren der Weihnacht gibt es aber auch noch andere spannende Weihnachtsbräuche und Symbole: in Spanien sind es beispielsweise die Heiligen Drei Könige, die den Kindern am 6. Januar die Geschenke bringen und ihre Ankunft wird schon am Tag zuvor mit großen Straßenumzügen gefeiert. Während in Spanien fast überall Weihnachtskrippen aufgestellt werden, finden sich unsere so geliebten Weihnachtsbäume eher selten.

In Italien ist Weihnachten (natürlich!) ebenfalls ein großes Familienfest, auch hier werden die Kinder am Dreikönigstag beschenkt, hier ist es allerdings die weise Hexe Befana, die durch die Kamine in die Häuser rutscht und in den Schuhen der Kinder Geschenke hinterlässt. In einigen Teilen des Landes werden die Kinder auch schon am Heiligen Abend durch das Gesû bambino (das Christkind) oder von Babbo Natale, eine Version des Weihnachtsmannes, beschenkt.

Auch, wenn es sicher noch sehr viel mehr zu den vielen Symbolen der Weihnachtszeit zu sagen gäbe, endet hier unser kleiner Ausflug durch die Welt der Weihnacht, der sie hoffentlich ein wenig auf diese besondere Zeit des Jahres einstimmen konnte.

Erzählen Sie uns doch gerne in einem Kommentar von Ihren speziellen Bräuchen und Erinnerungen oder was Sie traditionellerweise an Ihren Weihnachtsbaum hängen.

Abendmode für die Festtagszeit, jede Menge Geschenktipps, Do it Yourselfs und vieles mehr finden Sie auch in der Weihnachtsausgabe 25.

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